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Firefox Nightly: Tabs jetzt mit SplitView-Ansicht

06. November 2025 um 00:11

Eine praktische Neuerung hält Einzug in die aktuelle Nightly-Version von Firefox: Mit der neuen SplitView-Funktion lässt sich ein einzelner Tab in zwei Bereiche aufteilen, um beispielsweise zwei Webseiten nebeneinander zu betrachten und Daten bequem zwischen ihnen auszutauschen.

In meinen Augen ist das deutlich praktikabler und geht das wesentlich schneller, als ein zweites Firefox-Fenster zu öffnen und dieses mithilfe der Schnapp-Funktion der Desktopumgebung links und rechts auf dem Bildschirm sauber auszurichten.

Um SplitView in Firefox Nightly zu aktivieren, geht ihr folgendermaßen vor:

  • Öffnet die Adresszeile und gebt about:config ein.
  • Sucht nach dem Eintrag browser.tabs.splitView.enabled.
  • Setzt den Wert von false auf true (ein Doppelklick genügt).

Die neue Funktion steht anschließend ohne Neustart bereit. Öffnet mit einem Rechtsklick auf einen Tab das Kontextmenü und wählt Geteilte Ansicht hinzufügen. Zum Trennen wählt ihr Geteilte Ansicht beenden oder zieht den geteilten Abschnitt in der Tableiste auf einen freien Bereich.

Firefox Nightly mit einem klassischen Tab. Die Benutzeroberfläche entspricht dem aktuellen Stand der Nightly-Version ohne aktivierte SplitView-Funktion.
Firefox Nightly mit einem klassischen Tab. Die Benutzeroberfläche entspricht dem aktuellen Stand der Nightly-Version ohne aktivierte SplitView-Funktion.
Firefox Nightly mit aktivierter SplitView-Ansicht: Zwei Webseiten lassen sich im selben Tab nebeneinander darstellen – ideal zum Vergleichen oder parallelen Arbeiten ohne Fensterchaos.
Firefox Nightly mit aktivierter SplitView-Ansicht: Zwei Webseiten lassen sich im selben Tab nebeneinander darstellen – ideal zum Vergleichen oder parallelen Arbeiten ohne Fensterchaos.

Das Ganze funktioniert ähnlich wie in Google Chrome, wo sich die Funktion derzeit ebenfalls nur experimentell aktivieren lässt. Chrome bietet allerdings schon ein paar zusätzliche Optionen, um geteilte Tabs besser zu organisieren. Damit rückt Firefox jedoch jetzt in puncto Funktionalität wieder ein Stück näher an den Konkurrenten heran.

In Google Chrome lässt sich SplitView ebenfalls aktivieren, allerdings derzeit nur über experimentelle Flags. Dort bietet der Browser bereits zusätzliche Organisationsoptionen für geteilte Tabs.
In Google Chrome lässt sich SplitView ebenfalls aktivieren, allerdings derzeit nur über experimentelle Flags. Dort bietet der Browser bereits zusätzliche Organisationsoptionen für geteilte Tabs.

Firefox bekommt endlich Support für Matroska (MKV)

30. August 2025 um 14:34

Wenn man mit dem Firefox-Browser auf seinen Jellyfin- oder Plex-Server zugreift, stößt man schnell auf ein bekanntes Problem: Viele Filme liegen im Matroska-Container (MKV) vor, Firefox konnte diese bislang aber nicht direkt abspielen. Stattdessen musste der Medienserver die Dateien beim Streamen in ein anderes Format umkodieren – eine unnötige Hürde, die vor allem leistungsschwächere Servergeräte ins Schwitzen bringt. Nun gibt es endlich eine positive Wendung: Firefox wird in naher Zukunft Unterstützung für Matroska-Dateien bekommen.

Warum MKV-Unterstützung so wichtig ist

Das Matroska-Format ist im Multimediabereich weit verbreitet. Anders als zum Beispiel MP4 erlaubt es, mehrere Tonspuren, Untertitel und Kapitelinformationen in einer einzigen Datei zu bündeln. Viele Anwender von Heimservern mit Jellyfin, Plex oder auch Emby ist das Format praktisch Standard. Viele User greifen für einen kleinen Medienserver in den eigenen vier Wänden auf einen Single-Board-Computer wie den Raspberry Pi zurück.

Zwei Fenster auf einem bunten Hintergrund. Links zeigt das Firefox-Browserfenster technische Informationen zu einem Video. Rechts ist der Jellyfin Media Player mit einem Video und Steuerungselementen.
Firefox erfordert aktuell beim Abspielen von Medien im MKV-Containerformat ein Umkodieren des Servers, was schwächere Hardware wie einen Raspberry Pi schnell an die Grenzen bringt.

Bisher mussten Nutzer von Firefox damit leben, dass ihr Server das Video während der Wiedergabe „on the fly“ umkodieren musste. Das kostet Leistung und macht den direkten Stream gerade auf schwächerer Hardware unmöglich. Umgehen konnte man das nur, indem man einen anderen Browser oder etwa den Jellyfin Media Player nutzt.

Vorteil für Selfhosting und kleine Geräte

Wer Medienserver auf einem Raspberry Pi oder einem kleinen Mini-PC betreibt, kennt das Problem: Für Direct-Streams reicht die Leistung locker aus. Doch sobald eine Umwandlung in Echtzeit notwendig wird, bricht die Performance zusammen. Videos in 1080p oder gar 4K stocken oder lassen sich gar nicht mehr abspielen.

Mit dem nativen MKV-Support wird Firefox hier endlich gleichziehen mit Chromium-basierten Browsern wie natürlich Chrome selbst, aber auch anderen Abwandlungen wie etwa Brave oder Opera. Das macht solche Geräte wieder attraktiver für das Selfhosting – ohne dass ihr gleich einen größeren und damit stromhungrigeren Server aufstellen oder euren Browser wechseln müsst.

Wann kommt die Funktion?

Bis die Neuerung im stabilen Firefox ankommt, müssen wir uns noch etwas gedulden. Laut Implementation Plan rechnen die Entwickler mit etwa ein bis zwei Monaten. Wer den Fortschritt im Blick behalten möchte, kann den Bugreport 1422891 verfolgen. Für uns Nutzer bedeutet das: In naher Zukunft wird ein zentrales Medienformat unter Linux – und generell im Web – endlich ohne Umwege direkt im Firefox laufen.

Update 30.08.2025: Genau genommen handelt es sich dabei nicht um eine vollständige Transkodierung, sondern um Remuxing. Dieser Vorgang ist rechentechnisch deutlich weniger aufwendig und benötigt wesentlich weniger Ressourcen. Auf meinem kleinen Homeserver mit Intel Core i5-5250U merke ich aber trotzdem, dass das Streamen nicht ganz so flüssig läuft. Das Starten des Streams braucht ein paar Sekunden, beim Springen im Video gibt es kurze Wartezeiten und die Synchronisierung der Untertitel kommt leicht ins Stolpern.

Mozilla stellt Pocket ein. Plant euren Umstieg zu Wallabag und Co.

22. Mai 2025 um 20:25

Ich konnte mich mit Pocket nie so richtig anfreunden. Die Idee eines „Read-it-later“-Dienstes ist in meinen Augen zwar super wichtig, aber die Umsetzung bei Pocket wirkte auf mich immer ein wenig zu geschlossen – vor allem, seit Mozilla die Plattform nach der Übernahme 2017 zunehmend in den Firefox-Kosmos integriert hat.

Eine Zeit lang habe ich stattdessen Omnivore ausprobiert, was einen offenen Ansatz verfolgte und auch mit einem Linux-Desktop gut zusammenspielte. Doch auch dieser Dienst wurde inzwischen eingestellt. Heute setze ich auf eine selbstgehostete Lösung: Wallabag. Die Anwendung lässt sich auf dem eigenen Server betreiben, unterstützt zahlreiche Importformate und bringt Apps und Erweiterungen für verschiedene Plattformen mit.

Dass Mozilla Pocket nun endgültig einstellt, überrascht mich also nicht persönlich. Betroffen macht es trotzdem, denn für viele war der Dienst ein zuverlässiger Begleiter im digitalen Alltag.

Am 8. Juli 2025 ist Schluss

Wie Mozilla mitteilt, wird der Dienst zum 8. Juli 2025 offiziell abgeschaltet. Bis dahin bleibt Pocket noch wie gewohnt nutzbar, per App, Browser-Erweiterung oder Weboberfläche. Ab diesem Datum wechselt der Dienst in einen sogenannten „Export-Only-Modus“: Ihr könnt eure gespeicherten Inhalte weiterhin exportieren, aber nicht mehr nutzen oder neue Inhalte hinzufügen. Eine Anleitung

Wichtig: Die Frist zum Export läuft am 8. Oktober 2025 ab. Danach werden sämtliche Nutzerkonten und gespeicherte Daten gelöscht – unwiderruflich. Eine Anleitung gibt detaillierte Informationen, wie man seine gespeicherten Daten exportieren kann.

Mozillas Begründung zum Ende

Offiziell heißt es, das Nutzungsverhalten im Netz habe sich verändert. Mozilla wolle sich auf Projekte konzentrieren, die „besser zu den heutigen Surfgewohnheiten“ passen. Im Hintergrund dürfte aber vor allem eines eine Rolle spielen: Ressourcen.

Seit der Übernahme im Jahr 2017 hatte Mozilla Pocket zwar technisch weiterentwickelt und in Firefox eingebunden, zuletzt aber immer weniger Aufmerksamkeit darauf gelenkt. Die automatische Integration in den „Neuer Tab“-Bildschirm von Firefox zeigte bereits, dass Pocket zunehmend als Content-Empfehlungsmaschine und nicht mehr als Lesezeichen-Dienst verstanden wurde.

Die Inhalte auf der „Neuen-Tab-Seite“ von FIrefox stammen von Pocket. Zum Glück kann man die Startseite von diesem ganzen Unsinn befreien. Noch.

Mit dem Aus für Pocket will Mozilla diese Empfehlungssparte nun über andere Kanäle fortführen: Im Firefox-Startbildschirm, per Newsletter („Ten Tabs“) und über redaktionell kuratierte Inhalte. Ich hoffe mal stark, dass man in Firefox alle diese Inhalte weiterhin deaktivieren kann. Ich für meinen Teil will beim Öffnen eines Tabs nichts anderes sehen, als eine weiße Fläche. Schon alle eine kurze Bedenkzeit zum Laden dieser Inhalte bremst beim Arbeiten aus.

Wie ihr eure Daten rettet

Wenn ihr Pocket genutzt habt, solltet ihr nicht bis Juli warten, sondern eure Inhalte möglichst bald sichern. Der Export enthält: Eure Leseliste, die archivierten Artikel, Favoriten und die Notizen und Markierungen. Die Daten lassen sich als HTML-Datei exportieren, die sich lokal speichern und mit anderen Diensten weiterverarbeiten lässt. Eine direkte Migration zu Alternativen ist zwar nicht vorgesehen, aber manche Drittanbieter bieten zumindest Importfunktionen für Pocket-Exporte an. Bei Wallabag läuft der Import über die Pocket API.

Was passiert mit Pocket Premium?

Wer ein kostenpflichtiges Pocket-Premium-Abo abgeschlossen hat, erhält eine anteilige Rückerstattung. Die Regeln sind dabei klar:

  • Monatsabos: Die automatische Verlängerung wird sofort gestoppt. Es fallen keine weiteren Kosten an, Rückerstattungen sind nicht vorgesehen.
  • Jahresabos: Die Abonnements werden am 8. Juli 2025 gekündigt. Der ungenutzte Zeitraum wird automatisch auf das ursprüngliche Zahlungsmittel zurückerstattet.

Ein manuelles Eingreifen ist in beiden Fällen nicht nötig. Ich glaube aber, dass kaum hier jemand für Pocket gezahlt haben dürfte.

Erweiterungen und Apps: Was bleibt, was verschwindet?

Ab dem 22. Mai 2025 wird die Pocket-Erweiterung nicht mehr über die offiziellen Browser-Add-on-Seiten angeboten. Bereits installierte Erweiterungen bleiben zunächst bestehen, funktionieren aber nur bis zum 8. Juli. Danach verweisen sie lediglich noch auf die Export-Seite. Entfernen müsst ihr die Erweiterungen dann selbst – eine automatische Deinstallation erfolgt nicht.

Auch die Pocket-App für Android- oder Apple-Smartphones und Tablets verschwindet nach dem 22. Mai aus den App Stores. Wer sie bereits installiert hat, kann sie noch bis zum 8. Oktober neu installieren. Auch wenn Sie nicht automatisch vom Handy verschwindet. Nach dem offiziellen Ende ist auch hier Schluss. Ein Grund mehr, sich nach Alternativen umzusehen.

Alternativen: Wohin jetzt?

Das Ende von Pocket reißt eine Lücke – gerade für all jene unter euch, die plattformübergreifend lesen, speichern und sortieren möchten, ohne sich auf datenhungrige Konzerne verlassen zu müssen. Es gibt Alternativen, die teilweise freie Software sind und mehr Kontrolle bieten:

  • Wallabag: Eine selbst hostbare, freie Pocket-Alternative. Unterstützt Importe, Tags, Offline-Lesen und hat Apps für Android & iOS.
  • Linkding: Ein minimalistischer Self-Hoster für Lesezeichen, nicht speziell für „Read-it-later“, aber flexibel erweiterbar.
  • Shiori: Einfache, self-hostbare Lesezeichenverwaltung mit Read-it-later-Funktion und Webinterface.
  • Karakeep (ehemals Hoarder): Moderner „Read-it-later“-Dienst mit Markdown-Unterstützung und Webclipper-Erweiterung.

Diese Lösungen setzen teils einen eigenen Server voraus, was Aufwand bedeutet, aber auch mehr Kontrolle über eure Daten. Ich bin es mittlerweile leid, solche Dienste alle naselang zu migrieren. Neben Feedradern hoste ich auch meinen Read-It-Later-Dienst lieber selber. Eine Liste mit weiteren Alternativen findet ihr bei selfh.st.

Auch wenn ich die Aufmachung von Wallabag bislang nicht so gut finde. Den Open-Source-Dienst kann man ohne Probleme selbst hosten. Neben der WebUI gibt es auch Apps für Android und Co.

Fazit: Ein leiser Abschied mit großem Echo

Die Einstellung von Pocket ist mehr als nur das Ende eines Produkts. Sie erinnert uns daran, wie schnell selbst langjährig genutzte Dienste verschwinden können, selbst wenn sie von gemeinnützigen Organisationen betrieben werden. Ich habe Pocket zwar nicht selber genutzt, ich kann mir aber gut vorstellen, dass es Mozilla-User gibt, die dem Dienst nachtrauern werden.

Die wichtigste Lehre daraus sollte sein: Setzt euch mit Selfhosting auseinander. Wer Dienste selbst betreibt, hat mehr Kontrolle über Funktionen, Daten und Zukunftssicherheit und spart auf lange Sicht oft sogar Zeit und Geld. Die freie Software-Welt bietet für praktisch jeden proprietären Dienst eine leistungsfähige Open-Source-Alternative. Nutzt sie!

Add Water installiert Gnome-Theme für Firefox

19. Oktober 2024 um 10:45

Firefox nutzt bekanntermaßen nicht die üblichen Toolkits für Linux wie GTK oder Qt, sondern kocht hier sein eigenes Süppchen (früher XUL, heute Web Components – also HTML, CSS und JavaScript). Das führt dazu, dass sich der Browser zwar ganz ordentlich, aber nicht komplett nahtlos in Linux-Desktops integriert. Schon seit geraumer Zeit lässt sich das Erscheinungsbild von Firefox allerdings mit Themes anpassen. Für GNOME-Nutzer gibt es ein passendes Firefox-Theme. Ich habe das Theme in der Vergangenheit immer mal wieder ausprobiert, war jedoch nie ganz zufrieden und bin deshalb beim Standardtheme geblieben.

Jetzt macht die neue Utility-App Add Water die Installation und das automatische Aktualisieren des GNOME-Themes für Firefox deutlich einfacher. Bei Bedarf lässt sich das Theme sogar per Mausklick wieder deaktivieren. Wer Firefox optisch ins GNOME-Design-Ökosystem einfügen möchte, bekommt hier eine praktische Lösung. Das Theme verpasst Firefox nicht nur ein modernes Aussehen, sondern bringt auch einige nützliche Anpassungsmöglichkeiten mit, um das Surferlebnis zu verbessern:

  • Kompatibilität mit Flatpak, Snap, Librewolf und Floorp-Varianten von Firefox (Flatpak scheint derzeit allerdings noch etwas buggy zu sein)
  • Unterstützung für den hellen und dunklen Modus
  • Automatisches Ausblenden der Tableiste, wenn nur ein Tab geöffnet ist
  • Ein OLED-freundliches Tiefschwarz statt Grau
  • Anpassung der Position der Tableiste sowie der Bedienelemente und ihrer Ausrichtung
  • Ausblenden unnötiger Indikatoren für Mikrofon, Webcam und Bildschirmfreigabe

Besonders praktisch an Add Water ist, dass sich die sonst manuell vorzunehmenden Konfigurationsmöglichkeiten einfach per Mausklick anpassen lassen. Die Änderungen werden zwar erst nach einem Neustart von Firefox wirksam, aber man muss sich eben nicht mehr mit dem Bearbeiten von Konfigurationsdateien herumschlagen.

Firefox unter Gnome mit dem Standardtheme.
Firefox 131.0.3 unter Gnome mit dem Standardtheme.
Firefox nach dem Styling mit Add Water.
Firefox nach dem Anpassen des Stylings mit Add Water.
Auch private Fenster bekommen durch das Gnome-Theme einen neuen Look.
Auch private Fenster bekommen durch das Gnome-Theme einen neuen Look.
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