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Heute — 11. Januar 2026Haupt-Feeds

Zum Wochenende: Magazin versus Nachrichten

09. Januar 2026 um 17:00
GNU/Linux.ch ist ein Magazin-Format und kein Nachrichten-Kanal. Da bei uns von der Community für die Community geschrieben und gesprochen wird, sind journalistische Standards nicht das Mass der Dinge.

Digital Fights: Wir sagen tausend Male Dankeschön!

30. Dezember 2025 um 13:02

Die Finanzierung von netzpolitik.org für 2026 ist gesichert. Wir sind überglücklich und erleichtert. Vielen Dank euch allen! Ihr seid die beste Community der Welt.

Wir haben es geschafft! Wir haben unser Spendenziel erreicht. Dank Euch!

Es war eine lange Wegstrecke. Mitte November klaffte eine Lücke von sage und schreibe 443.000 Euro. Diese Summe fehlte uns, um im kommenden Jahr unsere Arbeit fortsetzen zu können.

Einen Monat später – wenige Tage vor den Feiertagen – fehlten immer noch 179.000 Euro. Ein wenig Sorge bereitete uns, dass wir die Banktage bis zum Jahresende an zwei Händen abzählen konnten. Nur an Banktagen erreichen uns eure Spenden via Lastschrift.

Während der Feiertage und dem folgenden Wochenende linsten wir immer wieder auf den Spendenbalken, der nur zäh anwuchs. Die Anspannung stieg.

Dann am Montag, den 29. Dezember, eine gute Nachricht: Es fehlten „nur“ noch 63.000 Euro. Allerdings bei gerade einmal zwei verbleibenden Banktagen. Die Nervosität blieb.

Doch dann schmolz die Summe Stunde für Stunde stetig herunter. Wir schöpften Hoffnung. Und seit heute um 11.59 Uhr haben wir endlich Gewissheit: Wir sind über der Ziellinie!

Wir sind erleichtert. Sehr erleichtert. Und überglücklich. Das ist das schönste Geschenk zum Jahresende.

Vielen vielen Dank an euch alle. Vielen Dank für eure Unterstützung, eure Anteilnahme, eure Kritik. All diese Unterstützung ist so viel mehr als eine Zeile in einem Kontoauszug.

Ihr seid die beste Community der Welt.


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Der Countdown läuft: Uns fehlen noch knapp 63.000 Euro!

28. Dezember 2025 um 06:45

Uns bleiben nur noch wenige Tage, um unser Spendenziel zu erreichen. Nur dann können wir unsere Arbeit wie gewohnt auch im kommenden Jahr fortsetzen. Spende jetzt!

Eine animierte Alarm-Sirene

Zunächst einen ganz großen Dank an alle, die uns unterstützen! In den vergangenen Tagen haben wir sehr viel Zuspruch und finanzielle Unterstützung erhalten. Das ist großartig! Ihr seid die beste Community der Welt.

Bis zum Jahresende fehlen uns aber noch knapp 63.000 Euro. Nur wenn wir unser Spendenziel erreichen, können wir unsere Arbeit wie gewohnt auch im nächsten Jahr fortsetzen.

Deine Spende erreicht uns wegen der wenigen verbleibenden Bankarbeitstage vor Jahresende nur noch per:

Eine Spendenquittung kannst du hier anfordern.

Der Kampf für Grund- und Freiheitsrechte muss weitergehen!

Die vergangene Woche hat einmal mehr deutlich gezeigt, warum es deine Spende für netzpolitik.org dringend braucht.

  • Die Trump-Regierung hat Visa-Sanktionen gegen Mitglieder eines angeblichen „globalen Zensur-industriellen Komplexes“ verhängt. Betroffen sind Menschen, die demokratisch legitimierte Gesetze gegen Tech-Konzerne verteidigen.
  • Das Bundesjustizministerium hat einen Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung veröffentlicht. Die anlasslose Massenüberwachung soll auch Internet-Dienste wie E-Mails und Messenger betreffen.
  • Die CDU in Sachsen will das Polizeigesetz derart verschärfen, dass selbst der Koalitionspartner auf Distanz geht. Und das Bundesland ist bei Weitem nicht das einzige, dass die Überwachung massiv ausbauen will.

Gemeinsam mit der Zivilgesellschaft verteidigen wir die Grund- und Freiheitsrechte aller. Für ein offenes Internet und eine solidarische Gesellschaft.

Spende jetzt!


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Degitalisierung: Statusstress

14. Dezember 2025 um 08:36

Wenn ein IT-System veraltet oder kaputt ist und jemand darauf hinweist, verursacht das erstmal Stress. Aber den Status um jeden Preis aufrechtzuerhalten ist nicht der beste Umgang, findet unsere Kolumnistin. Sie schlägt einen anderen Weg für ein stressfreies digitales Zusammenleben vor.

Ein Pflaster klebt auf einem Riss im Asphalt
Wie geht man gut damit um, wenn etwas nicht in Ordnung ist? – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Luis Villasmil

In der heutigen Degitalisierung geht es um Stress. Aber eigentlich auch wieder nicht. Das mag paradox klingen, hat aber mit einer ganz besonderen Art von Stress zu tun, dem Statusstress. Statusstress ist nicht nur ein wunderschönes Bild von einem Wort, sondern leider auch eine allzu treffende Bezeichnung des Umgangs mit dem Status der Digitalisierung in Deutschland und möglicher Kritik daran.

Besonders häufig zu finden ist der Statusstress in der Verwaltung, zum Teil aber auch im Gesundheitswesen oder bei Unternehmen, die in den beiden Branchen Dienstleistungen erbringen. Um Statusstress genauer zu verstehen, bedarf es einiger prägnanter Beispiele. Aus nicht ganz erfindlichen Gründen kommen ein paar der aktuellen Beispiele für diese Kolumne schwerpunktmäßig aus Berlin.

Das heißt aber nicht, dass Statusstress nicht auch in anderen Regionen in Deutschland, speziell im Kontext der Digitalisierung, vorkommt, es ist eher eine besondere Häufung der Nachrichten der letzten Tage.

Versuch einer Definition

Normalerweise ist Stress eine natürliche Alarmreaktion des menschlichen Körpers auf Belastungen, auf Stressoren. Die Auslöser von Stress können Umstände wie Zeitdruck, Lampenfieber oder lebensverändernde kritische Ereignisse sein, etwa ein möglicher Jobverlust. Kurzfristig setzt der menschliche Körper dann Stresshormone wie Adrenalin frei, um mit der kurzfristigen Belastung besser umgehen zu können – in Vorbereitung auf eine kurzfristige Fight-or-Flight-Situation: entweder der Situation stellen oder fliehen.

Stress ist also eigentlich auch ein Mittel, um mit schwierigen Situationen besser umgehen zu können. Ein Mittel, um sich einer gewissen anstrengenden und schwierigen Situation besser stellen zu können. Meist ist eine Situation dann zwar stressig, wir haben höheren Puls und Blutdruck, aber nach dem Ablassen des Stresses haben wir oftmals eine unangenehme Situation erfolgreich gemeistert und mehr erreicht, als wir vorher gedacht hätten.

Nun gibt es solche Stresssituationen auch für die Politik oder der Politik nahestehende Organisationen, für die Verwaltung oder der Verwaltung nahestehende Unternehmen etwa. Stressig kann es oftmals werden, wenn das jeweilige Handeln kritisiert wird, wenn Fehler offensichtlich werden. Auch hier gibt es dann eine Vorbereitung auf eine Fight-or-Flight-Situation. Fehler zugeben, beheben oder doch lieber erst mal kleinreden? Häufig fällt die Entscheidung auf die Aufrechterhaltung des Status Quo, auch wenn es durchweg sehr anstrengend und – titelgebend – stressig sein kann, den Status Quo als richtig darzustellen.

Nur ist die ohnehin schon stressige Aufrechterhaltung des ungenügenden Status Quo auf lange Sicht gar nicht mal so sinnvoll oder gesund, wie ein paar Beispiele aus der Digitalisierung der letzten Tage zeigen.

Stand der Technik

„Stand der Technik“ ist eine wiederkehrende Formulierung im Gutachten von David Zellhöfer zum Datenatlas der Bundesdruckerei. Zellhöfer ist seines Zeichens Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

Im Gutachten geht es aber nicht um die Beschreibung, dass der Datenatlas der Bundesdruckerei den Stand der Technik auch erreiche. Es geht wissenschaftlich aufbereitet darum, dass der Datenatlas eben nicht mal den Stand der Technik erreiche. Schlimmer noch, es sei dabei nicht mal der Stand der Technik von heute, sondern der Stand der Technik von vor knapp 40 Jahren.

Eine durchaus harte Kritik, beim genaueren Lesen des Gutachtens finden sich aber viele Anhaltspunkte, wie es besser ginge. Es wird umfangreich aufbereitet, an welchen Stellen Details der Umsetzung des Datenatlas diesen Stand der Technik unterschreiten und welche Umsetzungsalternativen es geben würde. Mit etwas Abstand betrachtet mag das Gutachten zwar nicht nett klingen – es liefert aber zahlreiche Verbesserungsvorschläge, um einen möglichen besseren Datenatlas schaffen zu können. Eigentlich.

Das Gutachten von Zellhöfer mag bei den Beteiligten zu sofortigem Statusstress geführt haben, anders wäre die Prüfung rechtlicher Mittel gegen das Gutachten nicht erklären zu gewesen. Fehler zugeben und diese ausmerzen – oder eben mit viel Aufwand jegliche Kritik am zweifelhaften Status abschmettern. Fight or flight. Statusstress.

Im Falle des Datenatlas und der Bundesdruckerei lässt sich aber nicht genau ermessen, wie viel mehr Aufwand dieser Statusstress am Ende ausmachen wird. Anders ist das bei der zweifelhaften Aufrechterhaltung veralteter IT-Systeme.

415 Prozent

In der letzten Woche wurde bekannt, dass der IT-Dienstleister des Landes Berlin, das IT-Dienstleistungszentrum (ITDZ) Berlin, stark unterfinanziert ist. Zwei Kredite in Höhe von 40 Millionen Euro sind nötig gewesen, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Bemerkenswert daran ist auch, dass die Behörden, die beim Dienstleister Auftragsverhältnisse haben, mit 16,8 Millionen in der Miese stehen. Die finanzielle Lage des Kommunaldienstleisters ist also eigentlich düster, aber als Anstalt öffentlichen Rechts kann das ITDZ nicht so einfach pleitegehen wie normale kommerzielle Unternehmen.

Woher kommt das finanzielle Problem? Einerseits aus der schlechten Finanzlage von Kommunen und Ländern. Andererseits auch vom Statusstress, diesmal in Bezug auf IT-Systeme.

In der Verwaltung werden oftmals sehr viele unterschiedliche Fachverfahren betrieben, spezialisierte Programme für bestimmte Verwaltungstätigkeiten. Programme für das Meldewesen etwa oder Programme zur Verwaltung kommunaler Aufgaben wie der Abfallentsorgung. Beim ITDZ sammeln sich ganz schön viele unterschiedliche Fachverfahren, der Tagesspiegel [€] schreibt von 415 unterschiedlichen Fachverfahren, die Berliner Behörden laut Senatskanzlei nutzen würden.

Auffällig dabei: Das ITDZ gibt einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag im Jahr dafür aus, um die Risiken des Weiterbetriebs der Programme zu reduzieren, so ein Bericht der Chief Digital Officer (CDO) Martina Klement an das Berliner Abgeordnetenhaus. Die Kosten für die Risikoreduzierung des Betriebs liegen Klement zufolge bei durchschnittlich 415 Prozent der ursprünglichen Betriebskosten des jeweiligen Verfahrens. Statusstress. Die Aufrechterhaltung des Status Quo wird irgendwann wirtschaftlich so stressig, dass Weglaufen finanziell eigentlich gar nicht mehr funktioniert.

Bei der Beschönigung des nicht mehr funktionierenden Status Quo hilft dann auch keine kreative Antwortfindung seitens der Verwaltung auf Anfragen mehr. Kreativ hervorgetan hat sich etwa das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf bei der Definition von Mehrfaktor-Authentifizierung. Neben einem ersten Faktor „Wissen“, einem Passwort, sei in der Verwaltung ja auch ein zweiter Faktor „Besitz“ vorhanden, weil Computersysteme „nur in Dienstzimmern zu benutzen“ seien, die mit einem Schließsystem gesichert seien. Schwammig wird die Definition dann dadurch, dass dazu auch Privatwohnungen für die „Telearbeit“ gehören sollen.

Mit anerkannten Regeln der Informationssicherheit hat das zwar nichts zu tun, aber irgendwie muss der Status Quo aufrechterhalten werden können. Die Informationssicherheit ist dabei aber zumindest gedanklich in der Überwindung von Statusstress bereits einen Schritt weiter, in Teilen jedenfalls.

Novellierung des Computerstrafrechts

In der Informationssicherheit gibt es in Deutschland schon länger immer wieder Beispiele von Statusstress auf Basis des Computerstrafrechts. Nach der Gesetzgebung um den sogenannten Hackerparagrafen kann seit 2007 das „Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten“ unter Strafe gestellt werden. Auch wenn das erst einmal logisch klingt, führt dies in der Praxis von gutartigen, ethischen Hacker*innen immer wieder zu Problemen. Menschen also, die auf Sicherheitslücken hinweisen, ohne diese bösartig auszunutzen, damit diese geschlossen werden können und somit die Sicherheit steigt.

Da bereits die Vorbereitung von Hacks zu Strafen führen kann, kommt es durch den Hackerparagrafen zu absonderlichen Verurteilungen. Im Fall Modern Solutions etwa wurde ein gutartiger Hacker rechtskräftig verurteilt, weil er die entsprechende Firma darauf hinwies, dass ein Passwort unverschlüsselt in einer ausführbaren Datei einer Middleware-Software gespeichert war. Daraus erwuchs ein erhebliches Sicherheitsrisiko, weil mit diesem einen Passwort ein Zugriff auf die Daten aller Modern-Solutions-Kunden möglich war.

Statt eines Dankes für den Hinweis gab es eine Hausdurchsuchung sowie ein Strafverfahren. Die Verfassungsbeschwerde im Kontext des Falls wurde vor dem Bundesverfassungsgericht abgewiesen.

Eine weitere Form von Statusstress: Durch Strafverfolgung von gutartigen Hacker*innen werden Systeme keinen Deut sicherer, vielmehr werden Sicherheitshinweise im Rahmen von Coordinated Vulnerability Disclosure-Verfahren, wie etwa solchen durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), erschwert. Der Status Quo wird auch hier mit viel Stress aufrechterhalten, sicherer werden Systeme dadurch nicht.

Allerdings findet im Kontext des Hackerparagrafen inzwischen ein Umdenken nach. In der letzten Legislatur wurde eine Novellierung des Computerstrafrechts im parlamentarischen Prozess zumindest begonnen, BSI-Präsidentin Claudia Plattner forderte im November eine rechtliche Absicherung von gutartigen Hacker*innen.

Wege zu einem stressfreien Leben

Es gibt also bereits erste Ansätze, besser mit Statusstress zurechtzukommen. Nur wird es in vielen Bereichen der Digitalisierung noch viele Anläufe eines besseren Umgangs mit Kritik und einer offenen Fehlerkultur brauchen, um im Moment der Kritik oder Fehlermeldung richtig mit dem aufkommenden Stress umzugehen. Oftmals ist es in den Momenten, in denen Statusstress entsteht, nämlich gar nicht so düster, wie Menschen oftmals meinen, die einen mangelhaften Status Quo verteidigen wollen.

Professoren wie David Zellhöfer schreiben keine mehr als 100-seitigen Gutachten, nur um stumpfe Kritik an Vorhaben wie dem Datenatlas zu äußern. Es geht auch in als harsch wahrgenommener Kritik um Impulse, Dinge besser zu machen. Das Infragestellen veralteter IT-Systeme in der Verwaltung und kritische Fragen zur IT-Sicherheit sind, auch wenn sie als hart empfunden werden, Fragen danach, wie unsere gemeinsame digitale öffentliche Daseinsvorsorge besser werden kann. Ethischen Hacker*innen, die sich Tage und Nächte Zeit nehmen, Sicherheitslücken in fremden Systemen zu finden und zu dokumentieren, geht es nicht ums Kaputtmachen, es geht darum, dass Systeme nicht von anderen, bösartigen Mächten angegriffen werden können.

Diese Erkenntnis ist oftmals nicht so einfach, sie ist aber der erste Schritt zu einem stressfreien digitalen Zusammenleben.


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Digital Fights: Digital Lights: Wir kämpfen gegen Handydurchsuchungen bei Geflüchteten

12. Dezember 2025 um 06:48

Ausländerbehörden durchsuchen die Handys von Menschen, die abgeschoben werden sollen und dürfen dabei tief in deren Privatsphäre blicken. Dabei verwenden sie Werkzeuge, die sonst bei der Polizei zum Einsatz kommen. Wir recherchieren seit Jahren zu diesen Befugnissen und sorgen dafür, dass sie öffentlich diskutiert werden. Die Frage dahinter: Wie viele Grundrechte darf der Staat aushebeln?

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Digital Fights: Digital Knights: Wir kämpfen gegen die Überwachung mit Palantir

04. Dezember 2025 um 06:52

Die Software von Palantir soll auf Knopfdruck den Wildwuchs von Polizei-Datenbanken durchforsten. Damit die Polizei schon heute weiß, was du morgen tun wirst. Doch der Einsatz von Palantir-Software verletzt Grund- und Freiheitsrechte. Und er lässt die Rede von der anzustrebenden digitalen Souveränität endgültig unglaubwürdig werden.

Vogelperspektive aus einer Überwachungskamera in einen tristen Verhörraum: Constanze Kurz sitzen am Tisch mit Blick in eine Kamera.
Wir lassen uns nicht einschüchtern. CC-BY-NC-SA 4.0 netzpolitik.org

Der Hersteller Palantir gilt vielen als konkurrenzlos. Seine Software soll verstreute, heterogene und teilweise unstrukturierte Daten zusammenbringen, die der Polizei in großer Fülle vorliegen.

Dass dabei weitgehender Zugang zu Daten gewährt werden muss, ist eine technische Notwendigkeit und betrifft unausweichlich zahlreiche personenbezogene Datensätze. Millionen Datenhäppchen über Menschen, die mit der Polizei irgendwann Kontakt hatten, fließen in diese Schattendatenbanken hinein. Diskriminierte Gruppen sind besonders betroffen und selbst Berufsgeheimnisträger:innen wie Anwälte, Medienschaffende oder Ärztinnen werden nicht verschont und können mitgerastert werden.

Dessen ungeachtet ist Palantir-Software schon jetzt in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Andere Länder ziehen nach. Und das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei scharren ebenfalls mit den Hufen.

Als leser:innenfinanziertes Medium halten wir dagegen! Wir kämpfen gegen die dunklen Instrumente der Überwachung und Kontrolle – und für die Grund- und Freiheitsrechte aller.

Dafür brauchen wir deine Unterstützung.

In diesem Jahr fehlen uns noch 257.709 Euro.

 

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Transparenzbericht 3. Quartal 2025: Unsere Einnahmen und Ausgaben und verschiedene Hüte

31. Oktober 2025 um 17:54

Im dritten Quartal trugen wir quietschrote Bauhelme und besichtigten eine Ruine. Und wir zogen Delegationshüte fürs Pokern auf. Nun hoffen wir, dass wir im nächsten Transparenzbericht „Hut ab!“ rufen können. Dafür braucht es eure Unterstützung.

Das Gemälde "Schwestern" von Kasimir Malewitsch, „Schwestern“ aus dem Jahr 1930 zeigt zwei Personen im weißen Kleid mit blauen Hüten.
Hüte. – Public Domain Kasimir Malewitsch, „Schwestern“, 1930

Kürzlich waren wir in einem Kernkraftwerk nördlich von Berlin. Ein Betriebsausflug zu Beginn unserer dreitägigen Klausur in Brandenburg. Die Anlage ist schon lange stillgelegt und wird seit nunmehr 30 Jahren zurückgebaut.

Wir bekamen rote Bauhelme aufgesetzt und eine Führung durch die Ruine. Schwere Stahltüren, Kontrollräume mit längst erloschenen Signalleuchten, an jeder Ecke verblichene Hinweisschilder. Am Ende dann der Blick durch ein gläsernes Bullauge, dahinter, in grüngelbem Zwielicht, der leere Reaktorkern.

Rund 130 Menschen arbeiten noch im Kernkraftwerk. Der Rückbau sei kompliziert und kleinteilig, sagte man uns. Und die Anträge zögen sich hin, auch wegen des Naturschutzgebiets drumherum. Vor 2040 werde man hier nicht fertig. Am Ende soll da, wo jetzt noch Beton in den Himmel ragt, grüne Wiese sein.

Auf der Klausur haben wir uns dann imaginäre Hüte aufgesetzt und nach vorn geschaut: Wer im Team hat welchen Hut auf, trägt also für was Verantwortung? Und wie viel Beteiligung wünscht sich das Team bei welchen Entscheidungen?

Um darauf Antworten zu finden, haben wir „Delegationspoker“ gespielt. Der Name führt in die Irre, weil es nicht ums Bluffen geht, sondern darum, besser Entscheidungen im Team zu treffen. Und am Ende gewinnt auch nicht eine Person den begehrten „Pot“, sondern wir alle mehr Klarheit darüber, wie wir zusammenarbeiten wollen.

Ein wenig Kopfzerbrechen bereitete uns der Blick auf unsere Spendenentwicklung. Das Jahr startete erstaunlich gut, dann aber flacht die Kurve ab. Schlagen sich hier Verteuerung, Konjunkturkrise oder gar politische Resignation nieder? Ausgerechnet jetzt, wo allerorten Grundrechte geschliffen und Überwachung massiv ausgebaut werden? Oder ist es doch nur eine zufällige Delle?

Genauer wissen wir das wohl erst nach dem vierten Quartal und unserer Jahresendkampagne. Vielleicht machen wir uns ja nur unnötigerweise einen Kopf und sagen am Ende all unseren Spender:innen: „Dankeschön, Chapeau und Hut ab!“

Die harten Zahlen

Und damit zu den harten Zahlen des dritten Quartals dieses Jahres.

Von Juli bis September lagen wir bei den Spendeneinnahmen deutlich unter unseren Erwartungen. Insgesamt haben uns in den drei Monaten etwas mehr als 182.800 Euro an Spenden erreicht. Damit sind wir fast 35.700 Euro beziehungsweise 16,3 Prozent unter dem Plan.

Das liegt vor allem daran, dass ihr uns im vergangenen Jahr zum 20. Geburtstag sehr viele Spendengeschenke gemacht habt. Wir hatten gehofft, dass sich einige dieser Geschenke nicht einmalig, sondern über die nächsten Jahre auspacken lassen. Wie ihr wisst, stehen wir auf Dauerspenden.

Nun richten wir unseren Blick erwartungsvoll auf die Jahresendkampagne, die wir derzeit vorbereiten. Wir bauen darauf, dass wir uns mit eurer Unterstützung am Ende des Jahres nicht mehr an das Kopfzerbrechen von heute erinnern.

Unsere Spendeneinnahmen

Der Anteil der Einnahmen aus Spenden beträgt im dritten Quartal 93,8 Prozent unserer Gesamteinnahmen, die sich auf fast 195.000 Euro belaufen.

Wie im Transparenzbericht zum 2. Quartal beschrieben, reichen unsere Einnahmen zwischen Februar bis Mitte November in der Regel nicht dazu aus, um unsere Ausgaben zu decken. Zur Finanzierung dieses „Spendentals“ halten wir jedes Jahr eine größere Spendensumme aus der vorangegangen Jahresendkampagne zurück.

Wir wollen diese Situation langfristig aber verbessern und bitten euch deshalb regelmäßig um Dauerspenden. Diese richtet ihr entweder als Lastschrift über unsere Spendenseite oder als Dauerauftrag über euer Bankkonto ein.

Vielleicht habt ihr unsere letzte Dauerspendenkampagne „30 – 300 -3000“ gesehen. Wir wollten in 30 Tagen, 300 Menschen gewinnen, die uns dauerhaft monatlich 10 Euro spenden. Mit einer Beteiligung von 188 Spender:innen haben wir das angepeilte Ziel zwar nicht erreicht. Dennoch werten wir das Ergebnis als Erfolg, weil viel mehr Menschen eine Dauerlastschrift eingerichtet haben als in vielen anderen Monaten. Das verschafft uns ab dem Herbst zusätzliche jährliche Einnahmen in Höhe von 26.000 Euro und damit größere Planungssicherheit. Herzlichen Dank dafür!

Unsere Ausgaben im 3. Quartal

Bei den Ausgaben bewegen sich die Personalkosten im dritten Quartal bei rund 220.600 Euro. Trotz der neuen Volontariatsstelle, die wir Anfang September mit Timur besetzen konnten, haben wir fast 10.000 Euro weniger verausgabt, als im Stellenplan kalkuliert. Das liegt nach wie vor am Tarifabschluss im öffentlichen Dienst, dessen Ergebnis wir bei der Budgetrechnung zu Jahresanfang höher angesetzt haben, als er dann für 2025 eingetroffen ist.

Bei den Sachkosten haben wir für das dritte Quartal 66.800 Euro ausgegeben, rund 5.500 Euro weniger als gedacht. Hier sind so gut wie alle Ausgabenbereiche unauffällig oder liegen unter dem Plan. Im Bereich Spendenverwaltung sind Gebühren fällig geworden, die halbjährlich abgerechnet werden. In unseren Planungen haben wir diese Kosten als Monatsdurchschnitt berechnet. Deshalb ist dieser Bereich über dem Plan. Diese Entwicklung reguliert sich im Jahresverlauf.

Für Umbaumaßnahmen in unseren Büroräumen haben wir etwas mehr als 5.000 Euro ausgegeben. Der Umbau war nötig, um neue Arbeitsplätze für die neuen Stellen im Volontariat und im Projekt Reichweite zu schaffen.

Unser Projekt Reichweite hatten wir im letzten Quartalsbericht vorgestellt. Wir haben 200.000 Euro zurückgelegt für diese Maßnahmen – einen Relaunch unserer Website, eine höhere Verbreitung unserer Inhalte in den sozialen Medien sowie eine neue Software, um mehr und schnelleren Überblick zu unseren Spendeneinnahmen zu bekommen. Seit dem Sommer läuft die Arbeit an dem Relaunch; und seit Anfang September kümmert sich Fio in unserem Team um unsere Reichweite in den sozialen Medien.

Unterm Strich haben wir für Personalkosten und Sachkosten im dritten Quartal rund 287.400 Euro verausgabt. Das sind knapp 15.600 Euro weniger, als wir kalkuliert haben.

Das vorläufige Ergebnis

Im Jahresverlauf haben wir Einnahmen in Höhe von 655.700 Euro erzielt und liegen zum Ende des dritten Quartals mit 27.200 Euro knapp über dem Plan. Grund sind vor allem die sehr guten Spendeneinnahmen zu Jahresbeginn. Da unsere Ausgaben in Höhe von 860.500 Euro unter den kalkulierten Kosten liegen, fällt unser derzeitiges Ergebnis von minus 204.800 Euro immerhin um 72.700 Euro geringer aus als erwartet. Trotz der Delle in den Spendeneinnahmen im dritten Quartal bleiben wir optimistisch. Das Jahr kann so gut ausgehen, wie es angefangen hat!

Wenn ihr uns unterstützen möchtet, findet ihr hier alle Möglichkeiten. Am besten ist eine monatliche Dauerspende. Damit können wir langfristig planen.

Inhaber: netzpolitik.org e.V.
IBAN: DE62430609671149278400
BIC: GENODEM1GLS
Zweck: Spende netzpolitik.org

Wir freuen uns auch über Spenden via Paypal.

Wir sind glücklich, die besten Unterstützer:innen zu haben.

Unseren Transparenzbericht mit den Zahlen für das 2. Quartal 2025 findet ihr hier.

Vielen Dank an euch alle!


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Autorenseite: Froschi

19. Oktober 2025 um 20:00
Von: Froschi
Informationen über den Autor Froschi.

Zum Wochenende: Möchtet ihr eine KI-Suche für GNU/Linux.ch haben?

10. Oktober 2025 um 17:00
Von: Core-Team
Wir überlegen, die Suchmöglichkeiten bei uns durch eine KI-Suche aufzuwerten. Doch zuerst fragen wir euch, ob ihr das haben möchtet.

Wo bleiben die neuen Podcast-Folgen?

10. September 2025 um 12:00
Es geht um die Antwort auf die Titelfrage und um Hintergründe der Podcast-Produktion. Ausserdem sind wir ein wenig stolz auf unser Schaffen mit der Community.

Liebe Community, wollt ihr Merch?

17. Juni 2025 um 17:00
Von: Core-Team
Wollt ihr wieder Merchandise-Artikel von GNU/Linux.ch kaufen oder sagt ihr "och nö, brauch’ ich nicht"?

Zum Wochenende: gnulinux.ch 5 jähriges Jubiläum und CORE-Treffen in Frankfurt

23. Mai 2025 um 19:00
Von: Core-Team
gnulinux.ch wurde fünf Jahre alt und CORE hat sich in Frankfurt/Main getroffen.

Zum Wochenende: 2000

10. Januar 2025 um 17:00
Nach fast fünf Jahren habe ich meinen zweitausendsten Artikel für die Community geschrieben. Hier erfahrt ihr etwas über meine Gründe, für freie Themen zu schreiben.

Du hast gewonnen!

27. Dezember 2024 um 13:17
Von: Pascal
Vom 24. bis 26. Dezember wurden im Rahmen unseres kleinen Weihnachtswettbewerbs neun Artikel geschrieben. Heute kürt Pascal den Gewinner des ZOTAC-PCs.

Es weihnachtet sehr!

23. Dezember 2024 um 12:00
Pascal verschenkt einen Zotac-Mini-PC mit vorinstalliertem Manjaro. Wir machen daraus einen kleinen Weihnachtswettbewerb.

Ab nach Augsburg, ab zu Tuxedo

19. August 2022 um 11:00

Wie einige von euch ja sicherlich wussten, habe ich die letzten Jahre für die nach ein paar Jahren eingestellte Android User und danach für die Magazine Linux User und Raspberry Pi Geek gearbeitet. In früheren Jahren gab es für die Zeitschriften mit der Linux New Media, später umbenannt in Medialinx einen eigenen Verlag (zusammen mit dem Linux Magazin). Inzwischen sind die Publikationen bei Computec Media untergekommen, wo unter anderem die PC Games, die PC Games Hardware und aber auch Golem entstehen — letzteres als ausgegliederte Firma in Berlin. Ich für meinen Teil war über 10 Jahren im Verlagswesen unterwegs. Eine tolle Zeit, die aber durchaus einige Wechsel nach sich zog.

Nach über 10 Jahren bei der Linux User und Raspberry Pi Geek hat sich so einiges angesammelt.

Mit Ende Juli habe ich nun aber meine Zelte bei der Linux User und RasPi Geek in München abgebrochen und bin zu Tuxedo Computers nach Augsburg gezogen. Nicht physisch, da bleibe ich im gemütlichen Heilbronner Home-Office, doch zumindest für die ersten zwei Wochen war ich im Hauptquartier der neuen Firma. In Zukunft gestalte ich dort zusammen mit dem Marketing-Team den Online-Auftritt und begleite Projekte, die sich noch im Aufbau befinden. Im Team steckt übrigens auch Ferdinand Thommes, der mit seinen LinuxNews schon seit Jahren eine super verlässliche Informationsquelle rund um Linux und Open-Source-Software ist.

Was mich während meines Einstiegs bei Tuxedo wirklich überrascht hat: Hier verkauft man nicht nur Linux, sondern lebt es wirklich. Praktisch alle Teile der Firma arbeiten mit oder basieren auf freier Software. Auf den Firmenrechnern läuft das auch an die Kunden ausgelieferte Tuxedo OS auf Basis von Ubuntu. Mails richtet sich jeder Mitarbeiter selbst ein, also entweder Thunderbird, Evolution oder K9 auf dem Handy. Alternativ gibt es Roundcube als Webmailer, wenn man unterwegs mal kein E-Mail-Programm zur Hand an. Für die unverbindliche Kommunikation gibt es Rocket.Chat auf PC und Smartphone und für Telefon-/Video-Konferenzen BigBlueButton. Den Einsatz von Nextcloud als Cloudspeicherdienst brauche ich gar nicht weiter zu erwähnen.

Auch beim für Endkunden gedachten kommerziellen Angebot MyTUXEDO handelt es sich um eine NextCloud-Instanz. Bugs, Issues und Aufgaben werden über Gitlab gemanagt und natürlich ist Tuxedo auch auf „Open-Source“-freundlichen Social-Media-Portalen wie Mastodon vertreten. Fehlt nur noch, dass auf der kleinen Flotte von E-Fahrzeugen auch noch ein Linux als Navi bzw. Mediacenter laufen würde — so weit ist es jedoch noch nicht. Ich glaube nicht, dass die Leasing-Bank begeistert wäre, wenn die Autos mit einem offenen Bootloader und alternativem Betriebssystem zurückgeben werden würden, falls es denn möglich wäre, die Autos zu patchen.

Wir lesen uns, euer Christoph

Mit den E-Autos von Tuxedo fällt man im Straßenbild sicherlich auf.
Der Tuxedo-Tower in Augsburg: Die Firma residiert im 12. Stock, hoch über Augsburg.

In eigener Sache

28. Januar 2022 um 15:00
Sorry für den Serverausfall

Quelle

Danke: Über eine Million Euro für unabhängigen Journalismus und digitale Freiheitsrechte!

04. Januar 2022 um 14:25
Das Wort "Danke" in verschiedenen Sprachen auf einer Schreibmaschine geschrieben
Einfach nur: Danke! Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Wilhelm Gunkel

Liebe Leser:innen,

das Jahr 2021 liegt hinter uns und wir wollen uns ganz herzlich bei Euch und Ihnen bedanken. Doch mit einem einfachen Dank ist es an dieser Stelle nicht getan. Ein riesiges Dankeschön muss es sein! Denn: Wir haben unser Spendenziel für das zurückliegende Jahr erreicht und mehr als eine Million Euro gesammelt.

Als wir Mitte November mit unserer Spendenkampagne begonnen haben, war unser Ziel von einer Million Euro noch sehr weit entfernt. Über 400.000 Euro fehlten, mehr als ein Drittel unserer jährlichen Spenden sollte in sechs Wochen zusammenkommen. Trotz der Erfahrung aus den vorigen Jahren, dass immer ein großer Teil der Spenden am Jahresende bei uns eingeht, blieben diese letzten Wochen ungewiss.

1.013.529 Euro!

Mit unserer Kampagne #1MillionForDigitalRights wollten wir deshalb möglichst vielen Menschen erzählen, wofür netzpolitik.org steht und weswegen es sich lohnt, das Projekt zu unterstützen. Wir haben Videos von Team-Mitgliedern gedreht, die über ihren Kampf für digitale Grund- und Freiheitsrechte sprechen. Wir haben Spendenaufrufe von Unterstützer:innen wie der Ex-Justizministerin und Bürgerrechtlerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, dem Schriftsteller Tom Hillenbrand, der Netzaktivistin Katharina Nocun oder den YouTubern RobinBubble und Ultralativ geteilt.

Wir haben Bilder von Timo Wuerz versteigert. Wir haben viele von euch mit einem Spendenbanner auf unserer Seite genervt. Und wir haben mit dem weitergemacht, was wir am besten können: Wir haben kritisch recherchiert und Artikel geschrieben.

Mit Erfolg: Am 30. Dezember haben wir unser Ziel erreicht. Über das gesamte Jahr 2021 sind 1.013.529 Euro zusammengekommen. Allein im Dezember haben uns 7.685 einzelne Menschen gespendet und das alles möglich gemacht. Für diese Unterstützung sind wir unfassbar dankbar und verstehen sie als Auftrag für das nächste Jahr.

Unser Dank ist ein Versprechen

Das Wort Danke bedeutet: sich an etwas erinnern, etwas in Gedanken behalten. Ein Dank ist schnell ausgesprochen, doch zu selten ruft man sich ins Gedächtnis, wofür man dankbar ist. Das soll uns nicht passieren. Unser Dank an euch ist auch ein Versprechen:

Dass wir uns weiter unermüdlich für Grund- und Freiheitsrechte einsetzen. Dass wir weiter Themen recherchieren, für die es keine Werbegelder und manchmal nicht massenweise Klicks gibt – und die dennoch wichtig sind. Dass wir weiter in Bereiche reingehen, die Widerstände hervorrufen. Dass wir niemals Geld mit euren Daten verdienen. Dass wir uns für diejenigen einsetzen, die keine große Lobby haben.

Im neuen Jahr ist viel zu tun: Die Ampel-Regierung nimmt ihre Arbeit auf. Welches ihrer Ziele geht sie als Erstes an? Was wird sich dadurch für uns Bürger:innen und Nutzer:innen verändern? Wird es wirklich ein Ende des Grundrechtsabbaus im Netz geben? Und wie wird sich die Ampel auf europäischer Ebene einbringen, wo derzeit über schwergewichtige Gesetze für die digitale Welt diskutiert wird? Welche Positionen werden sich schließlich durchsetzen? Daneben gibt es jede Menge unterberichteter Themen.

Wir können uns, dank euch, gut und ohne große Sorgen in die Arbeit im Jahr 2022 stürzen. Und das werden wir tun. Und wenn es mal schwerfällt, denken wir daran: Wir haben die besten Unterstützer:innen, die wir uns vorstellen können!


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Kommentarlesung 2021: „Die Dümmsten grölen am lautesten“

23. Dezember 2021 um 16:02
Blonde Frau auf Ohrensessel an Kamin
Manche Kommentare kann man nur mit geeigneten Flüssigkeiten am Kamin verdauen.

Traditionen soll man pflegen. Jahrelang war eines der Highlights auf unserer Konferenz „Das ist Netzpolitik“ die Lesung der schlimmsten und lustigsten Kommentare. Als die Konferenz 2020 coronabedingt ausfallen musste, haben wir die Lesung kurzerhand ins Netz verlegt. Auch 2021 gab es keine Konferenz, dafür gibt es jetzt wieder eine Lesung am virtuellen Kamin.


Liebe Leser:innen, wir brauchen eure Unterstützung! Das Jahr ist fast vorbei und wir sind noch weit davon entfernt, unser Spendenziel für 2021 zu erreichen. Bitte helft hier mit einer Spende, unseren unabhängigen und kritischen Journalismus zu finanzieren!


Auch in diesem Jahr konnten wir Constanze Kurz dafür gewinnen, ein paar der schlimmsten Kommentare zum Besten zu geben. Die Lesung ist unsere Form, mit der Masse an beleidigenden, verschwörungsfreundlichen oder einfach nur wirren Zuschriften umzugehen, die uns Jahr für Jahr erreicht. Wer also die Feiertage mit einer Portion Hasspoesie garnieren möchte, ist hier an der richtigen Adresse.

Zuvor möchten wir allerdings unsere Warnung aus dem Vorjahr wiederholen:

Der Inhalt des Videos ist nicht für Kinder geeignet, da wüste Beschimpfungen, beleidigende Sprache und unwahre Tatsachenbehauptungen darin vorkommen. Außerdem ist dieser Zusammenschnitt in keiner Weise eine Wiedergabe von typischen Kommentaren. Wer sich danach also bemüßigt fühlt, hier auch mal ordentlich Dampf abzulassen: Nein. Denn wir löschen solche Kommentare, daher sind die hier verlesenen mit sehr wenigen Ausnahmen auch gar nicht erschienen.

Zuhören und genießen

Jetzt wünschen wir aber wirklich frohes Anschauen:

In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

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Kommentarkultur als Dauerbaustelle unserer Zeit

Die Kommentarkultur auf unserer Seite ist ein Thema, das uns seit Jahren beschäftigt. Während der offene Raum unter unseren Artikel über viele Jahre in bester Blog-Manier ein Ort war, an dem wir hilfreiche Ergänzungen, spannende Diskussionen, konstruktive Kritik und auch nettes Trolling gefunden haben, verschlechterte sich der Stil in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre massiv. Beleidigungen, Vorurteile und Pauschalisierungen, verrohte Sprache, rechtsextreme Kommentare und wirre Pamphlete ohne Bezug zum Artikel nahmen Überhand.

Wir haben deshalb zuletzt 2019 eine große Änderung vorgenommen. Uns ist immer noch wichtig, dass man bei uns ohne Angabe persönlicher Daten und ohne Account kommentieren kann. Aber wir lassen nicht mehr per Default alle Kommentare durch und löschen erst im Nachhinein, was gar nicht geht. Sondern wir moderieren nun vorab, was gegen unsere Kommentarregeln verstößt. Bei manchen Leser:innen ist das Verfahren als „Vorzensur“ bekannt, aber wir sehen uns schon allein aus rechtlichen Gründen dazu verpflichtet.

Statt nach Kommentaren fragen wir nun zudem bewusst nach Ergänzungen. Wir sind offen für interessante, erkenntnisreiche Anmerkungen, für Humor und Geistreiches, für von uns Übersehenes, selbstverständlich auch für technische Hinweise und Kritik oder Rückfragen zu unseren Texten. Aber ein reines Abladen der eigenen Meinung ohne Eingehen auf den Text erscheint uns wenig konstruktiv. Beschimpfungen landen im Papierkorb oder zuweilen eben in der Kommentarlesung.


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