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Gradia 1.4: Screenshot-Tool jetzt mit Bildbearbeitung

11. Juni 2025 um 17:27

Vor ein paar Wochen habe ich euch Gradia vorgestellt. Damals noch in Version 1.1.0 als reines Tool zum nachträglichen Aufhübschen von Screenshots. Das Programm konnte bereits vorhandene Bilder auf ansprechende Hintergründe setzen und mit Schatten versehen, aber Screenshots selbst erstellen? Das musste man noch mit anderen Tools erledigen.

Mit Version 1.4 hat sich das grundlegend geändert. Gradia ist in riesigen Schritten jetzt ein vollwertiges Screenshot-Tool mit integrierten Bildbearbeitungsfunktionen geworden – ähnlich wie etwa Shutter oder Ksnip. Der große Unterschied: Gradia konzentriert sich nach wie vor darauf, aus schlichten Screenshots ansprechende Grafiken zu machen.

Der neue Startscreen von Gradia 1.4 zeigt eine übersichtliche Benutzeroberfläche mit direkten Optionen für Screenshots und die wichtigsten Bearbeitungsfunktionen auf einen Blick.
Der neue Startscreen von Gradia 1.4 zeigt eine übersichtliche Benutzeroberfläche mit direkten Optionen für Screenshots und die wichtigsten Bearbeitungsfunktionen auf einen Blick.
Jetzt mit vollwertigem Editor: Gradia 1.4 bietet umfangreiche Annotation-Tools wie Pfeile, Text, Formen und Hervorhebungen direkt in der Benutzeroberfläche für die Bildbearbeitung.
Jetzt mit vollwertigem Editor: Gradia 1.4 bietet umfangreiche Annotation-Tools wie Pfeile, Text, Formen und Hervorhebungen direkt in der Benutzeroberfläche für die Bildbearbeitung.

Was ist neu seit Version 1.1.0

Der wichtigste Unterschied zur frühen Version: Gradia kann jetzt selbst Screenshots erstellen. Das passiert entweder über den Button in der Anwendung oder – eventuell sogar praktischer – über Kommandozeilenparameter. Mit dem folgenden Kommando startet ihr die interaktive Bereichsauswahl, alternativ erstellt ihr sofort einen Vollbild-Screenshot.

$ flatpak run be.alexandervanhee.gradia --screenshot=INTERACTIVE
$ flatpak run be.alexandervanhee.gradia --screenshot=FULL

Das kann man auch dazu verwenden via Shortcuts Screenshots aufzunehmen und anschließend umgehend Gradia mit dem gerade erstellten Bild zu starten. Öffnet dazu in GNOME Einstellungen » Tastatur » Tastenkürzel anzeigen und anpassen » Eigene Tastenkürzel. Dort tragt ihr dann etwa folgendes ein.

  • Name: „Screenshot mit Gradia“
  • Befehl: flatpak run be.alexandervanhee.gradia --screenshot=INTERACTIVE
  • Tastenkombination: Zum Beispiel Strg + Druck (der Shortcut sollte eigentlich noch frei sein)

So wird Gradia zum direkten Ersatz für andere Screenshot-Tools, nur dass das Ergebnis direkt zur weiteren Bearbeitung bereitsteht. Im Hintergrund greift Gradia auf das Screenshot-Portal von Wayland zu, sodass es zu keinen Problemen mit dem modernen Display-Server-Protokoll kommt.

Dazu kommen die Bildbearbeitungsfunktionen, die man von ähnlichen Tools kennt: Annotationen, Markierungen, Pfeile, Text und Formen. Gradia kombiniert diese Standard-Werkzeuge mit seinem ursprünglichen Ansatz – dem Aufhübschen durch Hintergründe und Effekte.

Bildbearbeitung mit Potenzial

Die neuen Annotation-Tools decken die üblichen Verdächtigen ab: Stift, Text, Linien, Pfeile, geometrische Formen, Hervorhebungen und die Möglichkeit, Bereiche unkenntlich zu machen. Für schnelle Markierungen und einfache Erklärungen reicht das vollkommen aus.

Allerdings merkt man noch, dass diese Funktionen relativ neu sind. Feineinstellungen, die man von etablierten Tools wie Shutter gewohnt ist, fehlen noch: Die Liniendicke lässt sich nicht anpassen, bei Texten kann ich nur die Schriftart ändern, aber nicht die Größe oder einen Schlagschatten hinzufügen. Das ist nicht dramatisch, aber für detailliertere Annotationen durchaus spürbar. Einen Verbesserungsvorschlag dazu gibt es bereits.

Die Stärke liegt nach wie vor in der visuellen Aufbereitung. Ein Screenshot bekommt durch die Hintergrund-Optionen, Schatten und anpassbare Seitenverhältnisse schnell ein professionelles Aussehen – ohne dass ich mich durch komplexe Menüs klicken muss.

Blitzschnelle Entwicklung

Gradia hat sich von einem Nischen-Tool für die visuelle Aufbereitung zu einem vollwertigen Screenshot-Programm entwickelt. Die Integration der Bildbearbeitungsfunktionen ist gelungen, auch wenn hier noch Raum für Verbesserungen bleibt.

Wer bereits die frühere Version nutzte, sollte definitiv ein Update machen. Die neuen Funktionen erweitern die Einsatzmöglichkeiten erheblich, ohne die ursprünglichen Stärken zu verwässern. Für neue Nutzer ist Gradia jetzt eine ernstzunehmende Alternative zu etablierten Tools wie Shutter oder Ksnip – mit dem besonderen Fokus auf ansprechende Optik.

Ihr findet die aktuelle Version wie gewohnt auf Flathub und könnt den Quellcode auf GitHub einsehen. Unter Arch und seinen Derivaten lässt sich die aktuelle Version von Gradia auch alternativ über das AUR installieren, so spart man sich die doch recht umfangreichen Abhängigkeiten von Flatpaks.

Bilder in Polygon-Kunst umrechnen

29. November 2021 um 11:36

Auf Golem gab es heute einen sehr schönen Artikel zu Triangula. Einer Bildbearbeitung, die eine Aufnahme anhand einer Kantenerkennung automatisch in eine über Dreiecke oder Polygone stilisierte Grafik verwandelt — ohne dass man dafür viel künstlerisches Talent bräuchte. Der Autor erwähnt die unterstützten Betriebssysteme nicht, doch das Programm gibt es auch für Linux. Laut Repology führt zwar bislang keine einzige Distribution ein entsprechendes Paket in ihren Paketquellen, doch die Installation unter Linux ist nicht weiter schwer: Ihr müsst lediglich das statisch gebaute Linux-Build in Form einer ZIP-Datei herunterladen, den Download entpacken und noch die Rechte richtig setzen. Für die aktuelle Version 1.2.0 sieht das wie folgt aus, optional geht das natürlich auch alles mit grafischen Tools und Dateimanagern für die Desktopumgebung.

$ wget https://github.com/RH12503/triangula/releases/download/v1.2.0/triangula-linux-1.2.0.zip
$ unzip triangula-linux-1.2.0.zip
$ chmod +x Triangula
$ ./Triangula

Triangula

Zum Programm selbst möchte ich gar nicht viele Worte verlieren, da ihr sowieso selbst damit experimentieren müsst. Am besten funktionieren in meinen Augen Motive, die ein Objekt gut im Vordergrund herausstellen. Also etwa ein Porträt eines Menschen oder ein großes Objekt vor einer Landschaft. Je nach Motiv müsst ihr mit der Anzahl der Knoten, der Form des Netzes (Dreiecke oder Polygone) und den anderen Werten experimentieren. Mit einem Klick auf Start fängt das Programm an zu rechnen. Es arbeitet dann so lange am Verfeinern des Netzes, bis ihr die Rechnung mit einem Klick auf Pause oben unter der Fensterleiste) oder auf Stop unterbricht. Das Ergebnis lässt sich dann als Datei im PNG- oder SVG-Format exportieren. Die SVG-Datei könnt ihr dann in einem vektororientierten Grafikprogramm wie Inkscape weiterbearbeiten.

Triangula gibt es auf Github in Form eines fertig gebauten Binaries für Linux, MacOS und Windows.
Triangula gibt es auf Github in Form eines fertig gebauten Binaries für Linux, MacOS und Windows.

FOSStriangulator

Als Alternative zu Triangula habe ich den FOSStriangulator im AUR von Arch Linux entdeckt. Dementsprechend leicht lässt es sich unter Arch und Manjaro via yay -S fosstriangulator einspielen — selbstverständlich funktioniert das auch mit allen anderen AUR-Helpern. Im Unterschied zu Triangular arbeitet der FOSStriangulator nun nicht ganz vollautomatisch, was das Programm ein wenig komplizierter macht, euch aber auch ein wenig mehr Einfluss auf das Ergebnis vermittelt. Im ersten Schritt öffnet ihr über CHOOSE AN IMAGE euer Bild in das Programm. Danach schraubt ihr erstmal über # OF EDGE POINTS die Anzahl der Knotenpunkte hoch.

Jetzt kommt der interaktive Part: Fahrt mit dem Mauszeiger die Konturen eures Motivs ab und klickt immer wieder auf eine Kante, um einen neuen Knoten zu setzen. Wieder funktionieren Motive am besten, die ein Objekt im Vordergrund deutlich herausstellen. Setzt die Punkte am Rand des Objekts und an wichtigen Details, etwa um die Nase herum, rund um die Augen oder den Mund. Habt ihr aus Versehen an einer falschen Stelle einen Knoten gesetzt, dann löscht ihr ihn über den ERASER. Ähnlich wie bei der Bildbearbeitung Gimp könnt ihr die Größe des Radiergummis einstellen. Ihr müsst mit dem Ratzefummel allerdings Klick für Klick arbeiten. Ihn durch das Bild zu wischen funktioniert nicht.

Der FOSStriangulator erstellt automatisch über eine Kantenerkennung das Netz.
Der FOSStriangulator erstellt automatisch über eine Kantenerkennung das Netz.

Zudem erzeugt ihr über # OF RANDOM POINTS zufällige Knotenpunkte im Bild. Um das Ergebnis jetzt zu kontrollieren, wechselt ihr den DISPLAY MODE. Die Knoten seht ihr mit einem Klick auf MESH (M). Das berechnete Bild über RESULTS (R). Dazu könnt ihr euch noch das Ergebnis der Kantenerkennung und die einzelnen Punkte ansehen. Die Ansicht lässt sich jederzeit ändern. Gefällt euch eine durch herumprobieren gefundene Einstellung, könnt ihr sie über SAVE POINTS sichern und bei Bedarf auch später wieder in das Programm laden (LOAD POINTS). So könnt ihr in Ruhe experimentieren, ohne Angst haben zu müssen, eine gute Darstellung zu verlieren.

Den größten Unterschied macht ihr in meinen Augen schon bei der Wahl des Motivs. Den Hahn oben im Aufmacherbild habe ich in ein paar Minuten zusammengeklickt. Auch ohne große Mühe ist das Ergebnis schon fast druckreif. Ich habe einfach nur das Bild geladen, ein paar Punkte rund um die Kontour gesetzt, sowie ein paar Punkte im Gefieder markiert und schon war das Bild fertig. Der Hahn hat selbst nur wenige Details und das Tier erkennt das menschliche Gehirn auch ohne viele Informationen, das macht die Arbeit leichter. Der Strauß in den Beispielen hingegen lässt sich deutlich schwerer auf einfache Dreiecke reduzieren. Euch wünsche ich viel Spaß beim Gestalten, vielleicht schickt ihr mal eure Ergebnisse via Kommentar.

Viel Spaß beim Experimentieren: Mit einem Klick auf Result recht FOSStriangulator das Bild um.
Viel Spaß beim Experimentieren: Mit einem Klick auf Result rechnet FOSStriangulator das Bild um.
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