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Ob wir es wollen oder nicht: WordPress setzt auf KI

28. Mai 2025 um 00:45

Ich betreibe meinen Blog seit vielen Jahren mit WordPress. Es war nie perfekt, aber die Kombination aus einfacher Bedienung, riesigem Plugin-Ökosystem und der Möglichkeit, die Software komplett selbst zu hosten, hat damals überzeugt. Ich mag es, wenn ich Kontrolle über meine Inhalte habe und WordPress hat mir diese Kontrolle lange gewährt.

Mit der Ankündigung eines eigenen WordPress-AI-Teams macht das Projekt aber jetzt klar: KI wird in Zukunft nicht nur ein Randthema, sondern ein fester Bestandteil der Plattform werden. Die Frage ist nicht mehr, ob KI in WordPress integriert wird, sondern nur noch, wie schnell und tiefgreifend die künstliche „Intelligenz“ in WordPress Einzug erhält.

Was plant das neue AI-Team?

Laut offizieller Mitteilung soll das neue „WordPress AI Team““ alle Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz im WordPress-Ökosystem bündeln und vorantreiben. Die Strategie folgt dabei dem „Plugin-First“-Ansatz: Neue KI-Funktionen sollen zuerst als sogenannte Canonical Plugins erscheinen, also offiziell empfohlene Erweiterungen, die später in den Core übernommen werden könnten.

Dazu gehören etwa:

  • Textvorschläge beim Schreiben von Beiträgen
  • Automatische Bildunterschriften und Barrierefreiheitshilfen
  • „Intelligente““ SEO-Optimierung
  • Unterstützung für Übersetzungen mithilfe neuronaler Modelle

Man will die Entwicklung offen und gemeinschaftlich gestalten, heißt es, allerdings stehen mit Mitarbeitern von Google und Automattic zwei Schwergewichte ganz vorne auf der Liste der Teammitglieder. Es fällt schwer, darin keinen Interessenkonflikt zu sehen.

Warum das nicht nur gute Nachrichten sind

Ich sehe KI nicht grundsätzlich negativ. In vielen Bereichen kann sie uns Arbeit abnehmen – besonders bei repetitiven Aufgaben oder sprachlichen Barrieren. Aber wenn KI zum Standard wird, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wer hat eigentlich noch die Kontrolle?

Denn: KI-Funktionen basieren oft auf Modellen, die nicht lokal, sondern auf fremden Servern laufen – meist bei großen Cloudanbietern wie OpenAI, Google oder Amazon. Wer diese APIs nutzt, überträgt Daten dorthin. Das ist nicht nur ein Datenschutzproblem, sondern auch eine Frage der digitalen Souveränität.

Noch muss man Artikel in WordPress selber tippen oder Inhalte extern von ChatGPT und Co. aufbereiten lassen. In Zukunft will WordPress KI-Tools direkt in das CMS einbetten.

Außerdem droht eine zunehmende Abhängigkeit von kommerziellen Diensten: Wenn WordPress-Plugins plötzlich ohne Abo oder API-Schlüssel gar nicht mehr richtig funktionieren, verlieren wir als Nutzende ein Stück unserer Freiheit und das in einem System, das sich bislang auf Offenheit und Selbstbestimmung berufen konnte.

Was könnt ihr tun?

Wenn ihr WordPress nutzt und euch fragt, wie ihr mit dieser Entwicklung umgehen sollt, hier ein paar Ideen:

1. KI-Funktionen kritisch prüfen

Nicht jedes neue Feature ist ein Fortschritt. Wenn Plugins plötzlich KI-Module einführen, fragt euch: Was wird da automatisiert? Welche Daten fließen wohin? Könnt ihr das Verhalten nachvollziehen oder kontrollieren?

2. Selbst gehostete Alternativen bevorzugen

Viele Aufgaben lassen sich auch ohne Cloud-KI erledigen. Für Barrierefreiheit oder SEO gibt es Tools, die lokal arbeiten. Und wer maschinelle Übersetzung will, kann etwa LibreTranslate oder Bergamot ausprobieren. Beides sind Open-Source-Projekte, die keine Daten ins Silicon Valley schicken.

3. Community-Projekte unterstützen

Die WordPress-Welt ist groß. Wenn ihr Entwicklerinnen oder Entwickler kennt, die an datenschutzfreundlichen Plugins arbeiten, gebt ihnen Rückmeldung, bewertet ihre Projekte oder spendet ein paar Euro. Auch kleine Gesten helfen. Im deutschen Sprachraum gehört beispielsweise das Pluginkollektiv zu solchen Initiativen.

4. Den AI-Entwicklungsprozess beobachten

Die Make-WordPress-Seite zum Thema KI und der zugehörige Slack-Kanal #core-ai sind öffentlich zugänglich. Wer mitlesen oder mitdiskutieren will, kann das tun, auch ohne Google- oder Automattic-Logo im Profil.

WordPress will in Sachen KI-Entwicklung auf der Höhe der Zeit sein. Das mag aus Sicht des Projekts verständlich sein, immerhin verändert KI die Art, wie wir Inhalte erstellen, rasant. Aber aus Sicht der Nutzer bedeutet das vor allem eines: Wir müssen genauer hinschauen, wofür diese Technik eingesetzt wird und ob sie uns wirklich hilft oder nur weiter entmündigt.

WordPress wird 22: Und ich bin seit 2006 dabei

27. Mai 2025 um 08:05

Junge, junge. Die Zeit verfliegt. Heute, am 27. Mai 2025, wird WordPress 22 Jahre alt. Ich erinnere mich noch gut an meinen Einstieg – im Januar 2006, als ich auf meinem frisch installierten Ubuntu Breezy Badger eine WLAN-Karte von 3Com zum Laufen bringen wollte und das dokumentieren wollte. Mein Beitrag dazu war der erste Artikel auf linuxundich.de – und mein erster Blogpost überhaupt mit WordPress.

Damals lief die Version 2.0 mit dem Codenamen Duke. Das Backend war noch recht schlicht, Plugins wirkten oft wie Bastellösungen, Themes mussten von Hand angepasst werden – und von Gutenberg oder APIs war keine Rede. Trotzdem: Es hat funktioniert. Wesentlich besser als meine ersten Schritte mit Drupal oder Joomla, die ich damals ebenfalls ausprobiert hatte. Und das tut es bis heute.

Ein Dinosaurier, der sich bewegt

WordPress ist längst kein reines Blogsystem mehr. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 43 Prozent aller Websites weltweit setzen auf WordPress, es gibt über 70.000 Plugins, mehr als 30.000 Themes und mit WooCommerce eine E-Commerce-Plattform, die ein Drittel des Markts abdeckt. Das CMS ist in über 200 Sprachen verfügbar – darunter auch viele, die in rein proprietären Plattformen keine Beachtung finden.

Klar, WordPress ist von der Technik her nicht (mehr) perfekt. PHP als Basis ist aus heutiger Sicht nicht jedermanns Sache, und ohne Caching gerät selbst ein mittelgroßer Blog schnell ins Schlingern. Aber es gibt Lösungen. Ich setze auf ein Setup mit WP Super Cache – eines der wenigen Cache-Plugins für WordPress, das keine jährliche Zahlung verlangt. Damit bleibt das System schnell und zugänglich, auch ohne großartige Serverinfrastruktur im Rücken.

So stabil WordPress als System auch wirkt – rundherum kriselt es. In den letzten Jahren gab es mehrfach Berichte über Entlassungen bei Automattic, der Firma hinter WordPress.com und vielen zentralen Projekten im WordPress-Ökosystem. Auch der Führungsstil von Matt Mullenweg, Mitgründer von WordPress und CEO von Automattic, steht zunehmend in der Kritik: zu viel Macht in einer Hand, intransparente Entscheidungen, eine wachsende Kluft zwischen kommerziellem Kurs und Community-Anspruch.

Viele in der Community fühlen sich übergangen, wenn Funktionen wie der Gutenberg-Editor oder neue Standards eingeführt werden, ohne ausreichende Diskussion auf Augenhöhe. WordPress ist ein offenes Projekt – aber die Realität fühlt sich manchmal anders an. Das schmälert für mich nicht den Wert der Plattform, zeigt aber, dass wir auch bei freier Software genau hinschauen müssen, wer die Richtung vorgibt.

WordPress oder statischer Seitengenerator?

Viele Entwickler zieht es heute zu Generatoren wie Hugo, Jekyll oder Ghost, die statische Seiten erzeugen und den klassischen LAMP-Stack umgehen. Ich verstehe das gut. Ich schreibe meine Texte fast ausschließlich im Markdown-Format, oft direkt in Apostrophe auf GNOME. Statische Generatoren passen da hervorragend ins Bild – kein Datenbankserver, keine PHP-Engine, keine laufenden Prozesse. Reine HTML-Dateien lassen sich bequem per rsync oder über GitHub Pages veröffentlichen.

Dieser Artikel entsteht in Apostrophe, einem schlanken Editor für Markdown. Er bietet eine reduzierte Schreibumgebung direkt unter Linux mit GNOME.

Trotzdem bin ich bei WordPress geblieben. Warum? Weil es einfach läuft. Die Verwaltung ist bequem, das Backend ist durch Gutenberg aufgeräumt und mit Markdown-Unterstützung gut nutzbar. Auch mobil kann ich Beiträge pflegen oder Kommentare moderieren. Und durch die schier unendliche Plugin-Landschaft lässt sich das System flexibel anpassen, ohne dass man jedes Feature selbst programmieren müsste.

In den letzten 20 Jahren hat sich allerdings leider auch viel verändert. Inzwischen ist so gut wie jedes Plugin kommerziell. Die kostenlosen Varianten sind oft auf wenige Grundfunktionen reduziert. Und statt einmaliger Käufe gibt es bei vielen Plugins nur noch Abo-Modelle. Es gibt nur noch sehr wenige Entwickler\:innen oder Gruppen wie das Pluginkollektiv, die mit Plugins wie Antispam Bee oder Statify grundsolide, datenschutzfreundliche Werkzeuge anbieten – vollumfänglich kostenlos und unter freien Lizenzen.

Der gleiche Artikel im Gutenberg Editor von WordPress. Mit Blöcken, Vorschau und einfacher Medienintegration vereinfacht der Editor das „Bauen“ des Artikels für das Web.

Fazit: Alt, aber bewährt

WordPress ist heute so relevant wie eh und je. Es mag altmodisch erscheinen, vor allem im Vergleich zu minimalistischen, Markdown-basierten Generatoren – doch genau das ist seine Stärke: Stabilität, Flexibilität und eine Community, die auch nach über zwei Jahrzehnten aktiv bleibt. Ich habe viel mit anderen Systemen experimentiert, bin aber immer wieder zurückgekehrt. Es läuft einfach.

Von daher: Herzlichen Glückwunsch, WordPress. Auf weitere 22 Jahre – und darauf, dass wir unsere Inhalte weiterhin unabhängig veröffentlichen können. Egal ob mit CMS, statischen Generatoren oder anderen Werkzeugen. Hauptsache: selbstbestimmt, offen, unter unserer Kontrolle. Irgendwie müssen wir ja weiterhin für ein freies und unabhängiges Netz ohne große Konzerne kämpfen.

WordPress – der Streit eskaliert

14. Januar 2025 um 10:56
Von: Ferdinand
Der Streit zwischen Matt Mullenweg von WordPress und dem WordPress-Hoster WP Engine dauert schon viel zu lange. Mittlerweile beginnt die Entwicklung darunter zu leiden.

Quelle

WordPress und Nginx: Alte Permalinks umleiten

05. Januar 2025 um 14:18
Von: Stefan
Mit NGINX Rewrite-Regeln alte WordPress-Permalinks wie /YYYY/MM/dd/postname auf die neue Struktur umleiten – ohne Plugins und SEO-freundlich. Archive bleiben intakt!

Quelle

WordPress 6.7 freigegeben

14. November 2024 um 08:53
Von: Ferdinand
WordPress 6.7 ist dem Jazz-Saxophonisten Sonny Rollins gewidmet. Das Release stellt das neue Theme »Twenty Twenty-Five« vor, das die Gestaltung von Webseiten weiter vereinfachen soll.

Quelle

WordPress auf dem Kriegspfad

20. Oktober 2024 um 09:52
Von: Ferdinand
Das Open-Source-CMS WordPress kommt aus den Schlagzeilen derzeit nicht mehr raus. Grund ist ein Streit zwischen WP-Mitbegründer Matt Mullenweg und der Firma WP Engine, einem der größten WP-Hoster überhaupt.

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WordPress Post lässt sich nicht mehr laden / kein Zugriff möglich

31. Dezember 2021 um 11:58
Von: jdo

Ich weiß derzeit noch nicht, ob das Problem an meinem Server oder an WordPress liegt. Möglicherweise ist es auch ein Plug-in und das Problem kann ich nicht reproduzieren. Allerdings habe ich eine Lösung gefunden, wie es sich bereinigen lässt. In der Zwischenzeit ist das Problem bereits dreimal aufgetreten. Warum? Weiß ich nicht, wie bereits erwähnt. Was ist passiert? Was sind die Symptome? Beim Speichern oder beim Veröffentlichen hat sich anscheinend irgendwas verhaspelt. Folgende Probleme sind dann aufgetreten: Der Post lässt […]

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