Der legendäre Urheberrechtsfall „Metall auf Metall“ geht in die letzte Runde. Der Europäische Gerichtshof hat gerade nach weitläufiger Auffassung das Recht auf Remix und Sampling gestärkt. Jetzt muss noch der Bundesgerichtshof final entscheiden.
Kraftwerk live bei einem Konzert. Die Band hatte 1999 wegen eines Samples geklagt. – Alle Rechte vorbehalten IMAGO / Future Image
Der Europäische Gerichtshof hat eine Entscheidung präzisiert, die es ermöglicht, urheberrechtlich geschützte Werke ohne Zustimmung ihrer Rechtsinhaber:innen zu verwenden. Demnach müssen bestimmte Voraussetzungen zutreffen, damit ein Sample als erlaubtes „Pastiche“ gilt.
27 Jahre – so lange streiten sich der Musikproduzent Moses Pelham und die Band Kraftwerk bereits vor Gericht. Recht auf Sampling gegen Urheberrecht. Gestritten wird um einen zwei Sekunden langen Musikschnipsel aus dem Kraftwerk-Song „Metall auf Metall“. Der stammt aus 1977. Rund 20 Jahre später schnitt Pelham aus den zwei Sekunden die Dauerschleife für den Song „Nur mir“ von Sabrina Setlur. Kraftwerk klagte 1999 dagegen.
Das Oberlandesgericht Hamburg, der Bundesgerichtshof, das Bundesverfassungsgericht und der Europäische Gerichtshof – sie alle haben sich im letzten Vierteljahrhundert mit dem Fall beschäftigt. Derweil ist das Samplen gängige Kulturpraxis, nicht nur in HipHop und Techno.
Um eine Rechtsgrundlage zu schaffen, führte die EU 2019 eine „Pastiche-Regel“ ein, die 2021 im deutschen Urheberrecht verankert wurde. Dort heißt es in § 51a Karikatur, Parodie und Pastiche: „Zulässig ist die Vervielfältigung, die Verbreitung und die öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck der Karikatur, der Parodie und des Pastiches. Die Befugnis nach Satz 1 umfasst die Nutzung einer Abbildung oder sonstigen Vervielfältigung des genutzten Werkes, auch wenn diese selbst durch ein Urheberrecht oder ein verwandtes Schutzrecht geschützt ist.“
Wann ist Pastiche Pastiche?
Nun hat der Europäische Gerichtshof sich zur Tragweite der Ausnahme für „Pastiches“ im Zusammenhang mit dem Sampling geäußert. Demnach sei entscheidend, ob die Neuschöpfung im Zuge des Samplings mit den urheberrechtlich geschützten Werken einen „erkennbaren künstlerischen oder kreativen Dialog“ führe, „gleichzeitig aber wahrnehmbare Unterschiede“ aufweise. Beispielsweise in Form einer offenen Nachahmung des Stils oder kritischer Auseinandersetzung. Auf diese Weise solle ein angemessener Rechts- und Interessenausgleich zwischen Rechteinhaber:innen und der Kunstfreiheit gesichert werden. Eine Nachahmung ohne erkennbare Auseinandersetzung mit dem Original sei demnach kein zulässiges Pastiche.
Nach weitläufiger Interpretation hat der Europäische Gerichtshof damit das Recht auf Remix und Sampling gestärkt – und damit geht der Fall „Metall auf Metall“ in die letzte Runde und zurück an den Bundesgerichtshof in Karlsruhe: Dieser muss nun entscheiden, ob Pelham sich in dem Song von 1997 in einem ausreichenden Dialog mit „Metall auf Metall“ befindet und wahrnehmbare Unterschiede bestehen.
Das Oberlandesgericht Hamburg hatte bereits festgestellt, dass die Rhythmussequenz trotz leichter Abwandlung in „Nur mir“ als Anspielung auf das Original erkennbar bleibe – darauf weist der Europäische Gerichtshof hin. Fraglich ist jetzt, ob der Bundesgerichtshof dieser Auffassung folgen wird.
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Es gibt zahlreiche Software-Tools und Programme, die mich schon seit Jahrzehnten begleiten. Unter Windows wären das zum Beispiel der Total Commander, Notepad++ oder 7-Zip. Unter Linux gehört für mich der GNOME-Desktop mit seinem Ökuystem aus Evolution, Gedit und Nautilus dazu, auch wenn er vom Look und Feel der alten GNOME-2-Zeiten inzwischen weit entfernt ist und trotz der oft berechtigten Kritik an der „Wir-streichen-wichtige-Funktionen“-Politik der Entwickler.
Neben diesen grafischen Werkzeugen begleitet mich auch der Music Player Daemon, kurz MPD. Der Name klingt zunächst kryptisch, dahinter steckt aber ein einfaches Konzept. MPD ist ein Musikplayer, der im Hintergrund läuft und sich über zahlreiche Clients fernsteuern lässt. Man kann also einen Rechner oder Raspberry Pi an die Stereoanlage hängen, die eigene Musiksammlung einbinden und die Wiedergabe von überall im Haus steuern.
Music Player Daemon aka MPD
MPD unterscheidet sich deutlich von Streaming-Servern wie Jellyfin oder Navidrome, die auf dem Subsonic-Protokoll basieren. Dort streamt der Server die Musik an die Clients, während bei MPD der Client nur die Wiedergabe steuert und der Dienst selbst direkt auf dem Server spielt. Bemerkenswert ist, dass die Entwicklung an MPD auch nach über zwanzig Jahren nicht eingeschlafen ist. Die aktuelle stabile Version MPD 0.24.6 ist gerade erst veröffentlicht worden.
Auch bei den Clients merkt man, dass MPD weiterhin lebendig ist. Während moderne Subsonic-Clients für Linux (speziell für den GNOME-Desktop) inzwischen leider wirklich rar geworden sind (Sublime Music oder Sonixd wurden eingestellt, mit Feishin oder Supersonic werde ich nicht warm), entstehen rund um MPD immer wieder neue Projekte. In letzter Zeit erscheinen vermehrt Anwendungen auf Basis von GTK4 und Libadwaita, die sich optimal in das aktuelle GNOME-Design einfügen und die Funktionen des Desktops optimal nutzen.
MPD für GNOME: Plattenalbum
Plattenalbum (Flathub) hat gerade erst ein Update auf Version 2.4.0 erhalten und nutzt GTK4, ohne sich in ein übertrieben verspieltes Design zu verlieren. Die Albencover stehen klar im Mittelpunkt der Oberfläche. Das Layout bleibt klassisch, links die Künstler, in der Mitte die Alben und rechts der Player mit den Kontrollelementen zur Steuerung der Wiedergabe.
Wer während der Wiedergabe auch die Songtexte lesen möchte, wechselt über den Button oberhalb des Players in die Lyrics-Ansicht. Die Texte müssen dafür nicht im ID3-Tag stehen. Plattenalbum lädt sie automatisch vom brasilianischen Dienst Letras, was besonders praktisch ist, wenn man die eigenen Dateien nicht vollständig gepflegt hat. Weitere Einstellungsmöglichkeiten gibt es nicht viele, und braucht es eigentlich auch nicht.
Übersicht über alle Alben auf dem Server, klar angeordnet mit Fokus auf den Covern und einer direkt nutzbaren Steuerung des MPD.Einblick in die aktuelle Playlist, die während der Wiedergabe frei durchstöbert werden kann, ohne den laufenden Titel zu unterbrechen.Die automatisch geladenen Songtexte erscheinen übersichtlich im Fenster, ergänzt durch Informationen des externen Dienstes Letras.
MPD für GNOME: Euphonica
Euphonica (Flathub) setzt im Gegensatz zu Plattenalbum deutlich stärker auf visuelle Effekte. Der Hintergrund des Fensters passt sich an die Farben des aktuellen Albums an und am unteren Rand bewegt sich ein animiertes Spektrum. Beim Wechsel zwischen Künstler- und Albenansicht oder beim Öffnen eines Albums gleiten die einzelnen Elemente weich ins Bild und erzeugen einen modernen Eindruck.
Auch funktional überzeugt Euphonica. Man kann durch Künstler und Alben navigieren und künftig soll auch das Filtern nach Genres möglich sein. Alben lassen sich mit MPD 0.24 oder neuer bewerten. Über MPRIS integriert sich Euphonica nahtlos in den Desktop, zeigt Benachrichtigungen beim Titelwechsel an und erlaubt die Steuerung der Wiedergabe auch über die Desktop-Funktionen.
Die Albenansicht zeigt die gesamte Sammlung in MPD mit dynamischem Hintergrund, der sich sichtbar an das aktuell geöffnete Album anpasst.Die Playlist passt sich farblich an das Cover des aktuellen Songs an und schafft eine stimmige Atmosphäre während der Wiedergabe.Das Einstellungsfenster bietet zahlreiche Optionen, die eine individuelle Anpassung des Clients an die eigene MPD-Umgebung ermöglichen.
Generell wäre es wünschenswert, wenn wieder ein neuer GTK4/LibAdwaita-Client für Subsonic erscheinen würde. Auf meinem kleinen Selfhosting-Server läuft Navidrome sehr zuverlässig. Für Android gibt es Symfonium (proprietär, aber jeden Cent wert) sowie Tempus, eine aktiv weiterentwickelte Version des FOSS-Clients Tempo. Auch das Webfrontend von Navidrome funktioniert ausgezeichnet. Auf dem Desktop fehlt jedoch eine native Anwendung, hier klafft aktuell eine große Lücke.
Ein kleiner Tipp für alle GNOME-Nutzer, die gerne Internetradio am PC hören: Natürlich könnt ihr auf Anwendungen wie zum Beispiel Shortwave zurückgreifen – ein sehr umfangreiches Programm mit vielen Einstellungen und Funktionen. Es spielt nicht nur Radio ab, sondern kann auch Tracks nebenbei speichern. Ganz wie früher am guten alten Radioturm, wo man schnell hinsprinten musste, um auf „Aufnehmen“ zu drücken – nur um am Ende die Aufzeichnung wegwerfen zu müssen, weil der Moderator die Musik für eine Verkehrsmeldung unterbrechen musste.
Shortwave bietet eine umfangreiche Oberfläche, viele Einstellungen und Funktionen und erlaubt das Abspielen sowie Speichern von Internetradiosendern unkompliziert.
Aber ehrlich gesagt: Für den gelegentlichen Radiogenuss braucht man nicht immer den ganzen Schnickschnack. Hier kommt Yet Another Radio ins Spiel – eine kompakte und praktische Erweiterung für die GNOME Shell. Sie spielt eure Lieblingssender ab, ohne dass man eine extra Anwendung öffnen muss. Der Komfort bleibt dabei erhalten: Man muss sich die Sender und deren URLs nicht selbst aus dem Netz zusammensuchen, eine Datenbank ist direkt integriert.
Was ist Yet Another Radio?
Der Entwickler beschreibt seine Motivation auf Reddit so:
Hello everyone! Long story short, I recently switched from KDE to GNOME and saw that there is no extension like the popular Advanced Radio Player for GNOME which is simple and easy to use. So I started developing my very first extension.
Kurz gesagt: Wer ein einfaches, übersichtliches Tool sucht, um Radiosender direkt aus dem GNOME-Panel zu steuern, findet hier genau das Richtige. Hier geht’s zur Extension auf GNOME Extensions
Funktionen im Überblick
Mit Yet Another Radio könnt ihr eure Lieblingssender direkt aus dem Panel abspielen, ganz ohne zusätzliches Fenster öffnen zu müssen. Über die Radio Browser API lassen sich tausende Sender durchsuchen, sodass ihr schnell das findet, was euch gerade interessiert. Eure Favoriten könnt ihr markieren, um sie jederzeit mit nur einem Klick abzuspielen.
Yet Another Radio fügt sich elegant in das GNOME-Panel ein und erlaubt das direkte Abspielen von Internetradiosendern ohne zusätzliche Fenster.Favoriten, eigene Sender und andere Optionen lassen sich komfortabel in den Einstellungen der Erweiterung verwalten und anpassen.
Wer möchte, kann außerdem eigene Sender manuell hinzufügen oder bestehende Listen importieren und exportieren. Das ist praktisch, wenn ihr zum Beispiel mehrere Geräte nutzt. Die Erweiterung zeigt zudem Trackinformationen inklusive Albumcover an, wobei ich bisher allerdings noch keinen Sender gefunden habe, bei dem diese Funktion wirklich angezeigt wird.
Die Suchfunktion ermöglicht es, tausende Radiosender schnell zu finden und die Lieblingssender direkt in die Favoritenliste zu übernehmen.
Yet Another Radio ist also ideal für alle, die Internetradio unkompliziert in GNOME nutzen möchten, ohne auf eine umfangreiche Anwendung wie Shortwave angewiesen zu sein. Einfach installieren, Sender suchen, Favoriten setzen – fertig. Wer mehr will, kann die Senderlisten importieren oder eigene Stationen hinzufügen. Eine kleine, feine Erweiterung, die zeigt, wie praktisch GNOME-Erweiterungen sein können.
Musik ist für mich ein Stück Zuhause. Egal, ob ich am Schreibtisch sitze, mit dem Rad unterwegs bin oder im Auto längere Strecken fahre. Statt meine Sammlung in die Hände von Spotify, Apple Music oder YouTube zu legen, betreibe ich meinen eigenen Musikserver mit Navidrome, einem leichtgewichtigen, quelloffenen, Subsonic-kompatiblen Server.
Auf dem Smartphone nutze ich je nach Laune die ambitioniert entwickelte und bis ins kleinste Detail konfigurierbare, dafür aber proprietäre App Symfonium oder die Open-Source-App Tempo. Beide integrieren sich via Android Auto in das Display geeigneter Fahrzeuge. Bei Tempo muss man allerdings wissen, wie. Denn als Open-Source-App steht Google als Gatekeeper im Weg.
Warum Navidrome?
Navidrome ist ein freier Musikserver, der über das Subsonic-Protokoll funktioniert. Er läuft ressourcenschonend (bei mir in einem Docker-Container) und kommt mit einem relativ modernen Web-Interface, einer umfangreichen API und Support für zahlreiche Clients für alle gängigen Betriebssysteme. Natürlich auch für Linux und Android. Der große Vorteil: Ich habe jederzeit und überall Zugriff auf meine eigene Musik, ohne dass ich Drittanbieter bezahlen oder Werbung konsumieren muss.
Standardisierte Schnittstelle: Kompatibel zu vielen Subsonic-Clients
Unterstützt mehrere Benutzer: Praktisch, wenn ihr eure Sammlung mit Familie oder WG teilt
Transcoding: Wer mag, kann die Musik je nach Verbindung automatisch herunterrechnen lassen
Für mich ist Navidrome die ideale Lösung, weil ich meine Musik selbst tagge und verwalte, ohne dass eine Plattform mir „ähnliche Künstler“ aufdrängen oder meine Playlisten analysieren muss. Und ja, wir kommen ja alle mal in ein Alter, in dem man nicht mehr tagtäglich ein neues Album oder neue Künstler in der eigenen Musiksammlung willkommen heißt und sich daher ein Account bei Spotify und Co. auf jeden Fall lohnt. #leiderwahr
Navidrome im Browser: Die Weboberfläche des Musikservers hier unter Arch Linux in Firefox.
Tempo: Schlichter Client mit klarer Linie
Tempo ist eine native Android-App, die sich gezielt an Nutzer von Subsonic-kompatiblen Servern richtet. Playback lokal gespeicherter Musik gibt es beispielsweise nicht. Im Gegensatz zu überladenen Playern setzt Tempo auf Klarheit und Geschwindigkeit. Die App ist quelloffen, werbefrei und lässt sich unkompliziert via F-Droid oder GitHub installieren.
Ich, wie auch die Entwickler, empfehlen allerdings die Installation der GitHub-Version über die APK-Datei, da nur sie alle Funktionen beinhaltet. Zudem hinkt die F-Droid-Version schon seit einiger Zeit hinterher. Auf der GitHub-Seite steht daher auch: „Use the GitHub version of the app for full Android Auto and Chromecast support.“
Der Open-Source-Client für Subsonic-Server wie Navidrome bietet alle grundlegenden Funktionen zum Streamen der eigenen Musiksammlung.
Für Symfonium muss man hingegen nach einer kurzen Testphase eine lebenslang gültige Lizenz erwerben. Mit einer mindestens 7 Euro großen Spende kostet diese allerdings nicht die Welt. Zudem kümmert sich der Entwickler regelmäßig um seine App. Das Changelog der zuverlässig eintrudelnden Updates ist meist zu lang zum Lesen.
Funktionen
Übersichtliche Navigation nach Künstlern, Alben, Genres oder Jahrzehnten
Gapless Playback für nahtloses Hören (wichtig bei Live-Alben)
Playlist-Verwaltung direkt in der App
Unterstützung von Last.fm-Scrobbling
Chromecast-Integration
Android Auto-Support
Android Auto mit Tempo nutzen
Damit Tempo im Auto funktioniert, muss Android Auto nicht nur auf dem Smartphone installiert sein, sondern auch bestimmte Einstellungen freigegeben werden. Gerade bei Apps, die wie Tempo nicht über Googles Play Store kommen, ist das etwas versteckt.
Entwicklermodus für Android Auto aktivieren
Zuerst müsst ihr den Entwicklermodus von Android Auto aktivieren, damit Tempo als App auf dem Display im Auto erscheint. Geht dazu auf eurem Handy in die Android-Auto-Einstellungen:
Android 10 oder neuer: Einstellungen » Apps » Alle X Apps ansehen » Android Auto » Zusätzliche Einstellungen in der App
Android 9 oder älter: Direkt in der Android-Auto-App unter Menü » Einstellungen
Scrollt dort ganz nach unten und tippt zehnmal auf die Versionsnummer. Ähnliches kennt man ja vom Entwicklermodus von Android selbst. Danach erscheint die Frage, ob ihr die Entwickleroptionen aktivieren wollt. Bestätigt mit OK. Öffnet danach das Dreipunkt-Menü oben rechts und wählt dort Entwicklereinstellungen.
In den Android-Auto-Einstellungen tippst du zehnmal auf die Versionsnummer, um den Entwicklermodus zu aktivieren – nötig für alternative Medien-Apps wie Tempo.
Aktiviert in diesem Dialog nun die Option Unbekannte Quellen. Damit erlaubt ihr auch alternativen Apps wie eben Tempo den Zugriff auf Android Auto. Auch ohne, dass die Entwickler eine offizielle Play-Store-Zertifizierung erworben haben, was für Open-Source-Projekte nicht ganz so einfach wäre.
Hinweis: Die Aktivierung müsst ihr nur einmal durchführen. Danach wird Tempo automatisch als Medien-App erkannt, sobald euer Smartphone per Kabel oder kabellos mit dem Auto verbunden ist.
Tempo auf dem Smartphone installieren
Da Tempo aktuell nicht im Google Play Store zu finden ist, installiert ihr die App manuell: Über F-Droid, andere Open-Source-Market-Clients wie Droid-ify oder direkt via GitHub-Releases. Achtet darauf, dass in den Android-Einstellungen die Installation aus unbekannten Quellen für den jeweiligen Browser oder Dateimanager erlaubt ist.
Hinweis: Wie oben bereits erwähnt, benötigt ihr die GitHub-Version (aktuell Tempo 3.9.0), wenn ihr Android Auto verwenden wollt. Mit Tempo 3.8.1 via F-Droid erscheint Tempo zwar auch unter den Android-Auto-Apps, beim Start erscheint allerdings nur ein leerer Bildschirm. Hier ist der entsprechende Bug dazu.
Nach dem ersten Start gebt ihr die URL eures Subsonic-Servers, Benutzernamen und Passwort an. Tempo verbindet sich dann direkt mit eurer Sammlung. Selbstverständlich unterstützt Tempo auch andere Server, die das Subsonic-Protokoll nutzen. Ich für meinen Teil habe die App zusammen mit meinem Navidrome-Server ausprobiert, was ohne Probleme funktioniert
Optional: Transcoding in Tempo aktivieren
Tempo unterstützt (wenn euer Server das erlaubt) auch Transcoding. Gerade im Auto kann es sinnvoll sein, FLACs oder hochauflösende Formate als MP3 mit 192 oder 256 kbit/s zu streamen. Das spart (zumindest bei mir) begrenztes Datenvolumen und läuft auch bei wackliger Verbindung stabil. Die entsprechenden Einstellungen findet ihr in den Settings von Tempo. In meinem Fall musste ich innerhalb von Navidrome das Transcoding nicht gesondert konfigurieren.
Mit Tempo auf dem Handy und im Auto
Mit Navidrome und Tempo gibt es eine komplett freie Lösung für die mobile Musiknutzung unter Android, inklusive Integration ins Auto via Android Auto. Man ist komplett unabhängig von Streamingdiensten, kann seine eigene Musik in hoher Qualität hören und umgeht vollständig Tracking, Werbung oder Abozwang.
Sind die Entwickleroptionen für Android Auto einmal aktiviert, könnt ihr Tempo auch im Auto verwenden. Der Open-Source-Player erscheint automatisch unter den Auto-Apps.
Gerade wer seine Sammlung über Jahre gepflegt hat und Wert auf Datenschutz legt, findet hier eine schlanke, respektvolle Alternative zur Cloud. Und das Beste: Tempo macht auf dem Auto-Display eine richtig gute Figur: Schlicht, funktional und auf das Wesentliche reduziert.