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Videoüberwachung und Staatstrojaner: Berliner Landesregierung will Befugnisse der Polizei ausweiten

23. Juni 2025 um 15:00

Die schwarz-rote Koalition im Land Berlin setzt ihre „Law & Order“-Politik weiter fort. Nun sollen Videoüberwachung und der Einsatz von Staatstrojanern bei der Polizei ausgeweitet werden.

Polizisten mit Helmen, in denen sich Blaulicht spiegelt.
Polizisten beim 1. Mai in Berlin. – Alle Rechte vorbehalten IMAGO / A. Friedrichs

CDU und SPD wollen die Polizei im Land Berlin mit mehr Befugnissen ausstatten. Nach Informationen des RBB haben sich die Koalitionäre am vergangenen Wochenende auf eine Novelle des Berliner Polizeigesetzes geeinigt. Die Verschärfung des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG) steht in einer Reihe mit zahlreichen Maßnahmen, mit denen in der Hauptstadt mehr Überwachung eingeführt und Grundrechte abgebaut werden sollen.

Laut dem RBB-Bericht soll das neue Polizeigesetz an verschiedenen Punkten mehr Überwachung bringen. So will die Koalition Videoüberwachung an sogenannten kriminalitätsbelasteten Orten, zu denen in Berlin auch Parks gehören werden, dauerhaft legalisieren. Zusätzlich zu dieser Form der Überwachung soll in Zukunft auch die automatische Erkennung von Verhaltensmustern mittels „Künstlicher Intelligenz“ erlaubt werden. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben sollen Aufnahmen aus der Videoüberwachung in Zukunft 72 statt 48 Stunden aufgehoben werden dürfen.

Bei der Telekommunikationsüberwachung soll die Nutzung von Staatstrojanern durch die Polizei ausgeweitet werden. Der verstärkte Einsatz der Hacking-Tools, mit denen Behörden heimlich IT-Geräte wie Smartphones infiltrieren und überwachen können, hatte sich schon im Koalitionsvertrag angekündigt. Bereits seit 2017 darf jede Polizei in Deutschland Staatstrojaner wie eine normale Telefonüberwachung einsetzen. In der Novelle geht es nun darum, dass die Polizei die Hacking-Werkzeuge bereits zur Abwehr von Straftaten nutzen soll – also schon, bevor eine Straftat begangen wurde.

Kritik daran kommt aus der Opposition von Linken und Grünen. „Statt die Alltagsnöte der Polizei zu adressieren, werden mit der Novelle neue Befugnisse und Aufgaben geschaffen, die vor allem Sicherheit simulieren“, sagte der Grünen-Innenpolitiker Vasili Franco gegenüber dem RBB. Linken-Innenpolitiker Niklas Schrader wirft der Koalition laut dem Bericht vor, dass sie „jegliches Maß beim Schutz der Grundrechte verloren“ habe.

Grundrechtseinschränkungen in verschiedenen Bereichen

Zuletzt hatte die Berliner Koalition auch die Einführung des Staatstrojaners für den Landesverfassungsschutz auf den Weg gebracht und insgesamt bei der Novelle des Berliner Landesverfassungsschutzgesetzes Transparenz und Kontrolle zurückgefahren sowie die Befugnisse des Inlandsgeheimdienstes ausgebaut.

Auch an das Versammlungsrecht will die mittlerweile in der Wählergunst stark abgesackte Koalition ran. CDU und SPD haten sich eine Evaluation des bisher liberalen Berliner Versammlungsfreiheitsgesetzes in den Koalitionsvertrag geschrieben. Dies ist nun der Türöffner für mögliche Einschränkungen. Erklärtermaßen will die Koalition die „öffentliche Ordnung“ wieder als Grund ins Versammlungsgesetz aufnehmen, auf Basis dessen sich Demonstrationen einschränken lassen. Vertreter:innen der Koalition fordern, das „Versammlungsrecht so restriktiv ausgestalten, wie es das Grundgesetz zulässt“.


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Ab nach Augsburg, ab zu Tuxedo

19. August 2022 um 11:00

Wie einige von euch ja sicherlich wussten, habe ich die letzten Jahre für die nach ein paar Jahren eingestellte Android User und danach für die Magazine Linux User und Raspberry Pi Geek gearbeitet. In früheren Jahren gab es für die Zeitschriften mit der Linux New Media, später umbenannt in Medialinx einen eigenen Verlag (zusammen mit dem Linux Magazin). Inzwischen sind die Publikationen bei Computec Media untergekommen, wo unter anderem die PC Games, die PC Games Hardware und aber auch Golem entstehen — letzteres als ausgegliederte Firma in Berlin. Ich für meinen Teil war über 10 Jahren im Verlagswesen unterwegs. Eine tolle Zeit, die aber durchaus einige Wechsel nach sich zog.

Nach über 10 Jahren bei der Linux User und Raspberry Pi Geek hat sich so einiges angesammelt.

Mit Ende Juli habe ich nun aber meine Zelte bei der Linux User und RasPi Geek in München abgebrochen und bin zu Tuxedo Computers nach Augsburg gezogen. Nicht physisch, da bleibe ich im gemütlichen Heilbronner Home-Office, doch zumindest für die ersten zwei Wochen war ich im Hauptquartier der neuen Firma. In Zukunft gestalte ich dort zusammen mit dem Marketing-Team den Online-Auftritt und begleite Projekte, die sich noch im Aufbau befinden. Im Team steckt übrigens auch Ferdinand Thommes, der mit seinen LinuxNews schon seit Jahren eine super verlässliche Informationsquelle rund um Linux und Open-Source-Software ist.

Was mich während meines Einstiegs bei Tuxedo wirklich überrascht hat: Hier verkauft man nicht nur Linux, sondern lebt es wirklich. Praktisch alle Teile der Firma arbeiten mit oder basieren auf freier Software. Auf den Firmenrechnern läuft das auch an die Kunden ausgelieferte Tuxedo OS auf Basis von Ubuntu. Mails richtet sich jeder Mitarbeiter selbst ein, also entweder Thunderbird, Evolution oder K9 auf dem Handy. Alternativ gibt es Roundcube als Webmailer, wenn man unterwegs mal kein E-Mail-Programm zur Hand an. Für die unverbindliche Kommunikation gibt es Rocket.Chat auf PC und Smartphone und für Telefon-/Video-Konferenzen BigBlueButton. Den Einsatz von Nextcloud als Cloudspeicherdienst brauche ich gar nicht weiter zu erwähnen.

Auch beim für Endkunden gedachten kommerziellen Angebot MyTUXEDO handelt es sich um eine NextCloud-Instanz. Bugs, Issues und Aufgaben werden über Gitlab gemanagt und natürlich ist Tuxedo auch auf „Open-Source“-freundlichen Social-Media-Portalen wie Mastodon vertreten. Fehlt nur noch, dass auf der kleinen Flotte von E-Fahrzeugen auch noch ein Linux als Navi bzw. Mediacenter laufen würde — so weit ist es jedoch noch nicht. Ich glaube nicht, dass die Leasing-Bank begeistert wäre, wenn die Autos mit einem offenen Bootloader und alternativem Betriebssystem zurückgeben werden würden, falls es denn möglich wäre, die Autos zu patchen.

Wir lesen uns, euer Christoph

Mit den E-Autos von Tuxedo fällt man im Straßenbild sicherlich auf.
Der Tuxedo-Tower in Augsburg: Die Firma residiert im 12. Stock, hoch über Augsburg.

Fedora Linux 36 mit GNOME 42 freigegeben

10. Mai 2022 um 18:48
Eigentlich sollte Fedora Linux 36 am 19. April erscheinen, der Termin musste jedoch zweimal um eine Woche verschoben werden. Das

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